Ausstellungseröffnung in der Gründerschmiede

Bergisches Städtedreieck, 07.04.2022 – beispielhaft für das gesamte Bergische Städtedreieck – gibt es zahlreiche Initiativen mit außergewöhnlichen Geschäftsideen. Sie können der Grundstock sein für ein zukünftiges, vitales Netz von urbanen Produktionen.

Seit rund zwei Jahren sitzt in der Remscheider Gründerschmiede eine Initiative, die die diese Initiativen unterstützt – die Schmiede für Urbane Manufakturen. Sie wurde ins Leben gerufen durch das mit EU-Mitteln (EFRE) geförderte Dachprojekt „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Quartiersentwicklung“.In Remscheid können sich Menschen mit Ideen für Manufakturen Austausch holen – in Gesprächen mit Menschen, die ihre Erfahrungen und Kenntnisse weitergeben und in einer Vielzahl von regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen, die die frisch gebrieften Betriebe immer wieder mit neuen Ideen beliefert oder zu erweitertem Austausch anregt. Das Netzwerk erweitert sich so sukzessive. 1x monatlich gibt es einen Netzwerkabend mit durchschnittlich 20-30 Teilnehmenden, an dem sich Manufakturen, Startups und etablierte Unternehmen austauschen können. Regelmäßig findet die „Schmiede-Schule“ statt – mit Workshops, um die Manufakturen zu professionalisieren und sie beim Wachstum zu unterstützen. So wird Inspiration lebendig gehalten. Die Initiatoren übernehmen dabei viel Moderationsarbeit.

Ladenlokale, die Ergebnis einer Geschäftsidee sind, beleben die Stadt, können ihr bestenfalls wieder ein individuelles Gesicht in der Monotonie der Ladenketten geben. Susanne Bollmann zum Beispiel arbeitet in ihrem Laden in Remscheid, einer Hutmanufaktur, lässt sich bei der Produktion über die Schulter schauen und hat sich ganz bewusst für einen Standort in der „zweiten Reihe“ der Remscheider Innenstadt entschieden, weil sie die Kleinteiligkeit schätzt, die um sie herum entsteht. „Im Fahrwasser von Urbaner Produktion kann sich eine Szene entwickeln. Das schafft lokale Identität, und ein neues Gefühl für die Stadt“, so Uta Schneider von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die das Projekt Urbane Produktion koordiniert. Mit der Unterstützung neuer ökonomischer Strukturen entwickelt sich eine neue „Stadtsoftware“, und damit entsteht nachhaltige Stadtentwicklung. Ein weiteres Best Practice-Beispiel ist die Bergische Gewürzmanufaktur – ein kleines Familienunternehmen, für das viele neue Pläne und ein Markenrelaunch erstellt wurden. Zusammen mit Gründerschmiede-Netzwerkpartnern wurden das Ganze umgesetzt. Hier werden unter anderem Spezialtees hergestellt – deren Zusammensetzung in Kooperation mit örtlichen Hebammennetzwerken oder mit Sportmedizinern erarbeitet wird.

Durch die Informationsveranstaltungen werden viele der jungen und angehenden Unternehmen zusammengeführt. Daraus sind schon viele Impulse für gemeinsame Projektideen entstanden.

.Die Effekte: Nutzungsmischung, vitale Quartiere, neue, ökologische Stoffkreisläufe, Städte der kurzen Wege, wiederentdeckte Wertschätzung für vor Ort hergestellte Produkte. Die Stadt kann so ökonomisch resilienter gegenüber den Unsicherheiten des Weltmarktes werden.

Bis zum 14. April 2022 ist im Gründerquartier Remscheid eine Ausstellung zu Urbaner Produktion zu sehen.