Smart City Summit Niederrhein fand zum fünften Mal in Mönchengladbach statt.
„Es ist möglich“, „Gute Vorarbeit, darauf kann ich aufbauen“, „Morgen fange ich an!“ – diese und ähnliche Gedanken sollten die Besuchenden vom diesjährigen Smart City Summit Niederrhein in Mönchengladbach mitnehmen. Mit diesem Anspruch eröffneten die Veranstalter am Donnerstag den Fachkongress zur digitalen Stadtentwicklung am Niederrhein, der in diesem Jahr zum fünften Mal stattfand. Die Mischung aus Vorträgen, Workshops, Vernetzung und einem großen Ausstellungsbereich bot dafür den passenden Rahmen.
Dass sich die Veranstaltung als feste Größe für Fachleute und Unternehmen etabliert hat, zeigten die gut gefüllten Reihen und das rege Treiben der knapp 500 Besucherinnen und Besucher in der NEW Box im Nordpark. „Datenbasierte Entscheidungen sind die besseren Entscheidungen“, skizzierte Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs den Leitgedanken smarter Städte, in denen Daten für konkrete Anwendungsfälle erfasst, vernetzt und genutzt werden sollen. Die Smart-City-Programmleitung der Stadt, Kira Tillmanns, sieht eine große Entwicklung in den letzten Jahren: „Gestartet sind wir als kleine Innovationseinheit, jetzt geht es darum, die Smart-City-Infrastruktur zu nutzen und flächendeckende Anwendungen auszurollen.“
Von digitalen Robotern bis zum KI-Seepferdchen
Der Smart City Summit verbindet strategische Perspektiven mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis. Auf der Hauptbühne ging es in Vorträgen etwa um digitale Roboter (Bots), die wiederkehrende, regelbasierte Aufgaben der Verwaltung vollautomatisiert übernehmen. Aber auch der Spagat zwischen Innovationskraft und finanziellen Begrenzungen, neue Formen kommunaler Steuerung, Strategie und Sicherheitsaspekte beim Einsatz künstlicher Intelligenz und der Blick auf Praxisbeispiele aus den Niederlanden gehörten zu den Themen. Die Niederlande waren dieses Jahr als offizielles Partnerland durch Digitalunternehmen und das niederländische Generalkonsulat auf dem Summit vertreten.
In Workshop Classes hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, tiefer in Themen einzutauchen. Hier wurden Fragen zu LoRaWAN – einem Funkstandard für Sensoren – beantwortet, die im Nordpark installierte Sensorik zur Verkehrserfassung bei Großveranstaltungen vorgestellt, Best Practices aus der digitalen Stadtentwicklung besprochen und das „KI-Seepferdchen“ abgelegt.
35 Aussteller auf rund 5.000 Quadratmetern
Herzstück des jährlichen „Gipfeltreffens“ der Smart-City-Welt ist der rund 5.000 Quadratmeter große Expo-Bereich. An zahlreichen Ständen präsentierten Aussteller ihre Projekte und Lösungsansätze für die digitale Stadt von morgen. Auch kommunale Fachleute aus Nettetal, Aachen, dem Rhein-Kreis Neuss und Dormagen waren mit eigenen Ständen vertreten. Experten aus Hamm, Krefeld und Nettetal steuerten Impulsvorträge auf der großen Bühne bei. Der stadtüberschreitende Austausch, bei dem Kommunen von und miteinander lernen, gemeinsam Lösungen entwickeln oder gute Ansätze voneinander übernehmen, ist ein Kerngedanke hinter der Smart-City-Förderung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, bei der Mönchengladbach als eine von 73 Modellkommunen finanziell unterstützt wird.
Im Expo-Bereich wird smarte Stadtentwicklung sichtbar gemacht und der Austausch rund um konkrete Produkte, Ideen und Ansätze ermöglicht. Die Aussteller präsentierten hier unter anderem Sensoren, um Besucherfrequenzen zu messen und Verkehrsströme datenschutzkonform zu erfassen, Technik für eine smarte Parkraumbewirtschaftung oder Drohnen, mit deren Hilfe unter anderem eilige medizinische Proben ins Labor transportiert werden sollen. Doch nicht nur Hardware bestimmte das Bild. Auch viele digitale Lösungen und strategische Ansätze wurden präsentiert. Von KI-Agenten über das virtuelle 3D-Stadtmodell („digitaler Zwilling“), das der Rhein-Kreis Neuss mit demjenigen der Neusser Stadtverwaltung zusammenbringen will, bis hin zur StadtApp, für die Mönchengladbach in diesem Sommer eine Beta-Version testen möchte.
Das konstante Brummen und Summen im Ausstellerbereich zeugte von vielen angeregten Gesprächen – und einigen tierischen Teilnehmern. Denn auch ein Bienenstock kann mithilfe entsprechender Sensorik zur Messstation werden, um Biodiversität zu erfassen und Starkregen zu prognostizieren. Zumindest virtuell vertreten war Biene Max, die im Rahmen einer VR-Anwendung Kindern spielerisch die Natur und das Thema Mülltrennung nahebringen soll. Nicht tierisch, aber ebenso sympathisch ist der kleine Vitus. So heißt der Chatbot, den die Stadt Mönchengladbach demnächst auf ihrer Website anbieten wird. Die KI-Chatanwendung konnte auf dem Summit getestet werden – und trug so auf ihre Weise dazu bei, dass die Besucherinnen und Besucher den Summit mit frischen Bekanntschaften, neuen Eindrücken und interessanten Informationen verließen.
Über den SmartCity-Summit.Niederrhein
Mit der ersten Auflage des SmartCity-Summit.Niederrhein erfolgte 2021 der Startschuss zu einer neuartigen Veranstaltungsreihe, die Mönchengladbach auf der bundesweiten Smart-City-Landkarte platzieren soll. Der SmartCity-Summit.Niederrhein wird veranstaltet von der Stadt Mönchengladbach mit ihrem Programmbereich Smart City, von der Marketing Gesellschaft Mönchengladbach, der Wirtschaftsförderung, der NEW und der mags.