Foto: HWK Münster / Thomas Mohn
Begrüßten 45 Kommunen aus dem Münsterland (v.l.): Hans Hund (HWK), Dr. Andrea Hoppe (MWIKE), Carsten Petersdorff (NRW.Energy4Climate), Klaus Ehling (Münsterland e.V.). Gruppenbild Veranstalter (Foto: HWK Münster/Thomas Mohn)

Die Wärmewende im Münsterland vorantreiben: Kommunen wollen Ihre Potenziale nutzen

Initiative „Münsterland ist Klimaland“ informiert 

Die Wärmewende ist für das Erreichen der Klimaschutzziele von Nordrhein-Westfalen ein entscheidender Faktor. Bis 2045 will das Land klimaneutral werden. Rund 45 Kommunen des Münsterlandes informierten sich daher heute bei der Veranstaltung „Wärmewende gemeinsam gestalten – denn Münsterland ist Klimaland“ im Handwerkskammer Bildungszentrum in Münster über Möglichkeiten und Herausforderungen. Acht Kooperationspartner hatten dazu eingeladen, die Notwendigkeiten von kommunaler Wärmeplanung und Möglichkeiten einer geothermischen Wärmeversorgung zu diskutieren und ihre Chancen zu nutzen. Die Veranstaltung ist eine gemeinsame Initiative des Münsterland e.V., der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate, der Handwerkskammer Münster, den Münsterland-Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie der Stadt Münster und wird von der IHK Nord Westfalen unterstützt.

Bei der Veranstaltung diskutierten rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den zentralen Schlüsselakteuren sowie Fachexpertinnen und -experten im Klimaschutz Potenziale und Umsetzungsmöglichkeiten bei der Wärmewende im Münsterland. Vorgestellt wurden Möglichkeiten, wie Kommunen ihren Quartieren und Haushalten klimafreundliche Wärme aus Erneuerbaren Energien verfügbar machen können und durch welche Maßnahmen Wärmeenergie eingespart werden kann. Vertreterinnen und Vertreter des Wirtschaftsministeriums, von NRW.Energy4Climate und der Fachhochschule Münster zeigten auf, welche Herausforderungen auf Kommunen in NRW im Rahmen der geplanten, verpflichtenden kommunalen Wärmeplanung zukommen, und welche Unterstützungsangebote geplant sind. Zudem stellte der Geologische Dienst NRW Ergebnisse einer Vorerkundung für eine geothermische Wärmeversorgung im Münsterland vor. Erste Messungen zeigten, dass ein vielversprechendes  Potenzial für eine geothermische Versorgung im Münsterland vorhanden sei.

Bei der Veranstaltung stellte sich auch das kürzlich eröffnete Regionalbüro Münsterland der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, NRW.Energy4Climate, mit seinem NRW.Klimanetzwerker Christian Böckenholt vor. Es ist eins von derzeit sieben Regionalbüros in NRW, ansässig bei der IHK Nord Westfalen in Münster. Die Regionalbüros sind Anlaufstelle für Kommunen und Unternehmen vor Ort im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz. Ihre Klimanetzwerkerinnen und -netzwerker treiben Klimaschutzprojekte voran und wirken als Vernetzungsstelle zwischen Bezirk, Landesebene und Regionalpartnern.

Vor Ort besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung außerdem das im Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ) angesiedelte Demonstrationszentrum Bau und Energie und informierten sich anhand von 1:1-Modellen über effiziente Bauweisen und regenerative Energieversorgung. Zudem stand der Besuch der „Grünen Werkstatt“ auf dem Programm, der Fort- und Weiterbildungseinrichtung des HBZ rund um nachhaltige Anlagetechniken, wie Wärmepumpen, Biogas- oder auch Photovoltaikanlagen.

Die Veranstaltung ist Teil der Initiative „Münsterland ist Klimaland“. Sie wurde von NRW.Energy4Climate angestoßen und wird vom Münsterland e.V. koordiniert. 61 Kommunen, die Münsterland-Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie die Stadt Münster sind seit dem Start dabei. Die Initiative ist ein gemeinsames Bekenntnis zu mehr Klimaschutz in der Region und will mithilfe von Kampagnen und Veranstaltungen die Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren und animieren, mehr für die Umwelt zu tun.

Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V., unterstrich die Relevanz dieser münsterlandweiten Initiative: „Für unseren Planeten ist es fünf vor zwölf, auch für unser schönes Münsterland. Es ist wichtig, dass alle Akteure der Region, die Politik, die Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen und aktiv werden. Die hohe Lebensqualität in unserer Region ist eine der großen Stärken, die wir erhalten müssen, damit wir auch weiter gut und glücklich leben können.“

Ulf C. Reichardt, Vorsitzender der Geschäftsführung von NRW.Energy4Climate: „Die Wärmewende ist ein ganz entscheidender Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Um die Kommunen im Münsterland bestmöglich zu unterstützen, sind wir direkt vor Ort mit einem Regionalbüro vertreten. Unsere NRW.Klimanetzwerkerinnen und -netzwerker beraten die Kommunen zielgerichtet und spielen die Bedarfe auch an die Landesregierung zurück. Mit unseren Regionalpartnern wie dem Münsterland e.V. arbeiten wir Hand in Hand zusammen, um die Energie- und Wärmewende erfolgreich umzusetzen.“

„Das Handwerk spielt bei der Beratung und Umsetzung der Wärmewende eine Schlüsselrolle. Nur mit dem Handwerk kann nachhaltiges Leben und Wirtschaften in der Region gelingen. Diese Chancen sollten von der Politik, aber auch von der Gesellschaft, noch stärker erkannt werden. Das Handwerk braucht aber Fachkräfte, damit es dieses Potential entfalten kann. Mehr Wertschätzung für die berufliche Bildung ist daher angebracht“, unterstrich Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster.

www.muensterland.com/klimaland

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