Welche Weichen stellt Europa für die Zukunft seiner Strukturpolitik und Regionalförderung? Wie können Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Zusammenhalt in den Regionen weiter gestärkt werden? Diese und weitere zentrale Fragen standen am 2. Juli im Mittelpunkt eines intensiven Austauschs des Verbunds regionen.NRW mit Vertreterinnen und Vertretern der EU-Kommission sowie des Europäischen Parlaments in Brüssel.
Zu den Gesprächspartnern gehörte Dr. Stefan Berger, Mitglied des Europäischen Parlaments und Sprecher der CDU NRW im EU-Parlament. Mit Blick auf die bevorstehenden Weichenstellungen in der EU erklärte er: „Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und einer sich verändernden transatlantischen Partnerschaft steht die EU vor enormen Herausforderungen. Dies hat auch Auswirkungen auf den zukünftigen EU-Haushalt und die Strukturpolitik. Umso wichtiger ist es, die Perspektiven der Regionen zu berücksichtigen – sie wissen am besten, wie sich geopolitische Umbrüche und politische Entscheidungen ganz konkret auf das Leben und die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort auswirken und was es dort jeweils braucht, um gleiche Lebensverhältnisse und Innovationen zu fördern.“
Der Austausch fand im Rahmen eines Besuchsprogramms in Brüssel statt, das auch Gespräche mit der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung (DG REGIO) und der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU (DG GROW) umfasste. Ziel war es, die Perspektiven der Regionen in NRW frühzeitig in die Diskussionen über die künftige EU-Förderpolitik einzubringen. Außerdem ging es darum, die Rolle der regionalen Entwicklungsorganisationen als Vermittler zwischen europäischer und lokaler Ebene zu stärken.
Den Abschluss des Tages bildete das NRW-Sommerfest der NRW-Landesvertretung in Brüssel, bei dem sich rund 1500 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien austauschten.
Der Verbund regionen.NRW, Zusammenschluss der neun regionalen Entwicklungsorganisationen in Nordrhein-Westfalen und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, traf sich am 25. Juni in Berlin mit rund 20 Mitgliedern des Bundestags aus NRW zum politischen Austausch. Ziel war es, zentrale regionalpolitische Anliegen sichtbar zu machen und in den politischen Diskurs einzubringen. Im Mittelpunkt standen Themen wie die Ausgestaltung der zukünftigen EU-Kohäsionspolitik, die Reform der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sowie die aktuellen Förderstrategien für den Infrastrukturausbau in strukturell unterschiedlichen Regionen.
Nach einer kurzen Vorstellung des Verbunds fand eine intensive Fachdiskussion statt. So sollten konkrete Impulse aus der regionalen Praxis in laufende politische Reformprozesse auf Bundes- und EU-Ebene eingebracht werden. Dabei plädierten die Vertreterinnen und Vertreter des Verbunds unter anderem für eine flächendeckende Förderfähigkeit aller Regionen sowie für eine konsequente Umsetzung des Partnerschaftsprinzips.
Frau Anne König, MdB, dankte für die Perspektive aus der Praxis: „Starke Regionen sind das Rückgrat einer zukunftsfähigen Bundesrepublik. Der Austausch mit dem Verbund regionen.NRW zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Politik und regionalen Akteuren für die Stärkung des gegenseitigen Verständnisses ist und um Förderpolitik praxisnah und passgenau weiterzuentwickeln und nachhaltige Entwicklungsperspektiven in allen Landesteilen zu sichern.“
Am Abend präsentierte sich der Verbund darüber hinaus im Rahmen des NRW-Sommerfests der Landesvertretung mit einem eigenen Stand mit regionalen Spezialitäten. Rund 1500 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien nahmen an der Veranstaltung teil.
Über die Chancen und Herausforderungen von Großveranstaltungen für die regionale Entwicklung diskutierten rund 200 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft am 25. März (Dienstag) beim Frühjahrsempfang des Verbands regionen.NRW im Landtag in Düsseldorf. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Strukturfördermaßnahmen „REGIONALEn“ im Bergischen RheinLand und in Südwestfalen, die 2025 ihr Präsentationsjahr feiern.
In ihrem Beitrag hob Ministerin Ina Scharrenbach die Bedeutung von Sonderformaten wie der REGIONALEn für die Stärkung regionaler Identität und Innovationskraft hervor: „Die Regionen benennen nicht nur ihre Zukunftsaufgaben – sie nehmen sie aktiv in die Hand. Viele Menschen sorgen sich, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Das Besondere an den REGIONALEN ist, dass statt der Landesregierung die Regionen selbst die Zielsetzungen und Ideen entwickeln. So können REGIONALEN einen wichtigen Beitrag leisten, um regionale Antworten auf den demografischen Wandel oder die nachhaltige Transformation der Wirtschaft zu finden und aus Wut wieder Mut zu machen.“
Podiumsdiskussion: NRW mit Alleinstellungsmerkmal „REGIONALEn“
In der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, unter anderem mit Prof. Dr. Walter Siebel, dem ehemaligen Technischen Direktor der IBA Emscher Park, wurden die Besonderheiten von Formaten wie der REGIONALE thematisiert: „REGIONALEn stellen Ausnahmesituationen auf Zeit dar. Sie müssen ein klares Ende haben und dürfen keine Regel werden. Gerade dadurch entsteht Fokus – schnellere Entscheidungen und eine zügige Umsetzung werden möglich. Gleichzeitig sollen REGIONALEn als Vorbild dienen und praxistaugliche Innovationen anstoßen. Deshalb erfolgen sie innerhalb regulärer Förderstrukturen, die grundsätzlich allen Regionen offenstehen.“
Im Ausblick gaben die Verantwortlichen von Großveranstaltungen, die in den kommenden Jahren als Motor für regionale Entwicklung dienen, einen Einblick in ihre Arbeit – darunter die Manifesta 16 Ruhr 2026, die beiden Landesgartenschauen 2026 in Neuss und 2029 in Kleve, die Bundesgartenschau 2031 in Wuppertal sowie die Internationalen Gartenausstellungen 2027 im Ruhrgebiet und 2037 in Garzweiler.
Vernetzung und Dialog
Informelle Gespräche rundeten den Abend ab, die den Gästen Gelegenheit boten, sich zu vernetzen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.
Am 4. und 5. Februar trafen sich die Geschäftsführungen und Vorstände des Verbunds in Bonn zur Klausurtagung. Ein zentraler Punkt war die zukünftige Kohäsionspolitik der EU. Im Austausch mit Dr. Stefan Lock, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, wurden die Leitlinien der neuen EU-Kommission und die Pläne zum zukünftigen Mehrjährigen Finanzrahmen und den Perspektiven für die Regionen diskutiert. Zudem wurden Maßnahmen zur stärkeren Wahrnehmbarkeit des Verbunds und zur Innovationsförderung besprochen.
Seit mehr als zehn Jahren vernetzen sich die Regionen in NRW unter dem Slogan „regionen.NRW. Starke Regionen. Starkes Land“ und entwickeln gemeinsame Konzepte, Strategien und Projekte.
Für das Jahr 2025 sind mehrere Veranstaltungen geplant, darunter der Frühjahrsempfang des Verbunds im Landtag in Düsseldorf sowie Workshops zu aktuellen Themen. Darüber hinaus wird die Kooperation mit der Landesregierung und der EU-Kommission durch regelmäßige Austauschtreffen intensiviert. Zusätzlich wurden Kooperationsmöglichkeiten mit einer neuen Bundesregierung erörtert, um die Interessen der Regionen nachhaltig zu vertreten.
Weitere Informationen
Der Verbund regionen.NRW besteht seit 2013. Er stärkt die Zusammenarbeit der Regionen untereinander und festigt die strategische Kooperation mit der Landesregierung. Der Verbund umfasst die Zukunftsagentur Rheinisches Revier sowie die neun regionalen Managementorganisationen: Region Aachen Zweckverband, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, Regionalmanagement Düsseldorf – Kreis Mettmann, Region Köln/ Bonn e.V., Münsterland e.V., Standort Niederrhein GmbH, OstWestfalenLippe GmbH, Regionalverband Ruhr und Südwestfalen Agentur GmbH. Die Geschäftsstelle ist beim Münsterland e.V. angesiedelt.
Umweltminister Oliver Krischer: Nordrhein-Westfalen profitiert nachhaltig von der Green Economy
Das Umweltministerium und die NRW.BANK haben am Montag, 16. September 2024, in Düsseldorf drei besonders nachhaltige Unternehmen mit dem Umweltwirtschaftspreis.NRW 2024 ausgezeichnet. Platz eins und 30.000 Euro Preisgeld gehen an die ClayTec GmbH & Co. KG aus Viersen für ihre innovativen Lehmbaustoffe und Produktionsverfahren. Weitere Gewinnerunternehmen sind die Voltfang GmbH aus Aachen und die HDB Recycling GmbH aus Hünxe.
Umweltminister Oliver Krischer: „Wir wollen Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas machen. Diese Transformation wird eine Kraftanstrengung und nur gelingen, wenn wir den ökologischen Umbau vorantreiben und unser Bundesland gleichzeitig zu einem der nachhaltigsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsstandorte in Europa gestalten. Hier leisten die Unternehmen der Umweltwirtschaft Pionierarbeit. Ihre zukunftsweisenden Ideen sind Bausteine für eine moderne Green Economy, in der Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und soziale Sicherheit untrennbar verbunden sind. Die mit dem Umweltwirtschaftspreis.NRW 2024 ausgezeichneten Unternehmen demonstrieren bravourös, wie die Innovationen kleiner und mittlerer Unternehmen Transformationsprozesse in Gang setzen, von denen unser Land nachhaltig profitiert.“
Der Umweltwirtschaftspreis.NRW wird seit 2020 alle zwei Jahre durch das Umweltministerium und die NRW.BANK ausgelobt. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die mit innovativen, nachhaltigen Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren erfolgreich wirtschaften und gleichzeitig besonders zum Klima- und Umweltschutz beitragen.
Dr. Peter Stemper, Vorstandsmitglied der NRW.BANK: „Nachhaltiges Wirtschaften ist das Fundament für ein zukunftssicheres Nordrhein-Westfalen. Daher braucht es zielgerichtete Unterstützung für engagierte Unternehmen, die ökologisch sowie wirtschaftlich überzeugende Lösungen entwickeln. Mit unseren Förderangeboten helfen wir dabei – und mit dem Umweltwirtschaftspreis.NRW bringen wir zudem unsere Anerkennung zum Ausdruck, für die Hidden Champions der Umweltwirtschaft allgemein und für die herausragenden Gewinnerteams im Speziellen.“
Die ClayTec GmbH & Co. KG aus Viersen sicherte sich den ersten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro. Das Unternehmen produziert seit 40 Jahren Lehmbaustoffe wie Mörtel und Trockenbauplatten. Lehm, in Deutschland in großen Mengen verfügbar, ist ein geeignetes Ersatzmaterial für weniger umweltfreundliche Stoffe wie Gips und Kalkstein. Als Rohstoffquelle dient Erdaushub, der bei der Kies- und Sandgewinnung sowie im Tiefbau als Abfall anfällt. Die Verarbeitung zu den Baustoffen ist aufgrund der natürlichen Feuchte von Lehm ohne zusätzliche Wasserzufuhr möglich.
Der Baustoff sorgt aufgrund seiner atmungsaktiven Oberfläche und thermischen Wärmespeichermasse für ein gesundes Raumklima und dient auch als Hitzeschutz. Um die Klimabilanz der nahezu uneingeschränkt wiederverwertbaren Lehmprodukte weiter zu verbessern, produziert ClayTec an einem ersten Standort bereits CO2-neutral mit erneuerbaren Energien. Für die Produktion der Trockenbauplatten wurde in Nordrhein-Westfalen zudem erstmals eine Pilotanlage zur solaren Trocknung realisiert.
Platz zwei und 20.000 Euro Preisgeld gehen an die Voltfang GmbH aus Aachen. Das Unternehmen hat ein innovatives Batteriespeichersystem aus „Second-Life“-Batterien entwickelt, das kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie der Industrie hilft, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und Kosten zu sparen. Denn das nachhaltige System ermöglicht eine intelligente Stromnutzung, indem es überschüssige Energie, insbesondere aus Photovoltaikanlagen, speichert und Lastspitzen abfedert. Durch die Wiederverwendung ausgedienter Elektrofahrzeugbatterien mit einer durchschnittlichen Restkapazität von 80 Prozent werden wertvolle Ressourcen geschont und die Kreislaufwirtschaft in der Batterieindustrie unterstützt.
Den dritten Platz erreichte die HDB Recycling GmbH aus Hünxe und erhielt 10.000 Euro Preisgeld. Die vom Unternehmen selbstständig entwickelte Nassaufbereitungsanlage „R-Gestein Niederrhein“ bereitet mineralische Abfälle zu hochwertigen Sekundärbaustoffen für den Hoch- und Tiefbau auf. Die Anlage verbindet eine Waschtechnik, eine optische Sortierung sowie eine Dichtetrennung mittels Setzmaschine. Durch den integrierten Waschprozess beseitigt das Verfahren, anders als traditionelle Recyclingmethoden, wasserlösliche Störstoffe. Eingesetzt wird Wasser, das zu mehr als 95 Prozent aus Niederschlägen stammt. Das Ergebnis der Nassaufbereitung: umweltfreundlicher Sand, Kies und Schotter. Das so gewonnene Recyclingmaterial kann Primärrohstoffe in der gleichen Menge vollständig substituieren.
Hintergrundinformation
Nordrhein-Westfalen ist der bundesweit führende Anbieter im Bereich der Umweltwirtschaft. Der Umweltwirtschaftspreis.NRW ist eine Maßnahme der ressortübergreifenden Umweltwirtschaftsstrategie in Federführung des Umweltministeriums. Unter dem Motto #MeilensteineGreenNRW steht 2024 ganz im Zeichen der Umweltwirtschaft als Motor und Wegbereiter der ökologischen Transformation. Die Förderung der grünen Wirtschaft hatte Nordrhein-Westfalen schon früh im Blick: Vor zehn Jahren startete im Rahmen der NRW-Umweltwirtschaftsstrategie der bundesweit erste Wettbewerb für umweltorientierte Gründungen, KUER.NRW (Klima, Umwelt, Energie und Ressourcenschonung).
Auch im Rahmen der EFRE-Förderung werden Innovationen für Klima- und Umweltschutz seit 2014 gezielt unterstützt. Regelmäßig erhobene Umweltwirtschaftsberichte machen die Erfolge transparent. So kann die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen auf ein kontinuierliches und überdurchschnittliches Wachstum verweisen. Das Ziel: 800.000 Erwerbstätige und eine Bruttowertschöpfung von jährlich 70 Milliarden Euro in der Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens bis 2030. So zeigt Nordrhein-Westfalen den Weg zu einer innovativen und erfolgreichen Green Economy auf.
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land Nordrhein-Westfalen, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in Nordrhein-Westfalen passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen Nordrhein-Westfalen.
Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
Das NRW-USA-Jahr 2023/2024 stand beim Sommerfest der NRW-Landesvertretung in Berlin im Vordergrund – und damit auch die transatlantischen Beziehungen zwischen dem Bundesland und den Vereinigten Staaten. Rund 1500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien kamen zusammen, um sich über aktuelle Themen und Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen auszutauschen und die seit vielen Jahrzehnten gepflegten Beziehungen zwischen NRW und den USA zu feiern. Mit dabei war auch der Münsterland e.V. als eine der neun regionalen Entwicklungsorganisationen des Verbundes regionen.NRW.
Die Gäste diskutierten aktuelle Themen, sprachen über die wichtigen transatlantischen Beziehungen und probierten USA-typische Speisen und Getränke. Am Stand der NRW-Regionen gab es die Vielfalt NRWs zu probieren, mit Gins und Cocktails von besonderen lokalen Produzenten und Herstellern aus den neun Regionen. Eine Ausstellung mit historischen Stelen thematisierte zudem wirtschaftliche sowie politische und gesellschaftlich historische Momente der Freundschaft zwischen NRW und den USA.
Sich zusammen gegenüber der Landesregierung zu positionieren – das ist die Idee hinter dem gemeinsamen Auftritt der neun Regionen mit dem Titel „regionen.NRW“. Der Verbund besteht seit 2013 und umfasst die Zukunftsagentur Rheinisches Revier sowie die neun regionalen Managementorganisationen Region Aachen – Zweckverband, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, Regionalmanagement Düsseldorf/Kreis Mettmann, Region Köln/Bonn e.V., Münsterland e.V., Standort Niederrhein GmbH, OstWestfalenLippe GmbH, Regionalverband Ruhr und die Südwestfalen Agentur GmbH.
Wie soll die Ausgestaltung und Umsetzung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ab 2028 aussehen? Diese und viele weitere Fragen hat der Verbund regionen.NRW am 2. Mai bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsministeriums in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Brüssel in den Blick genommen.
Die Diskussionen drehten sich um die entscheidenden Fragen, wie der EFRE ab 2028 gestaltet und umgesetzt werden soll, sowie um die Wünsche und Ziele sowohl der Landesregierung und der EU als auch der Regionen in NRW. In einem intensiven Austausch wurden Möglichkeiten einer vertieften Zusammenarbeit erörtert, um die strategische Kooperation über die Landesgrenzen hinweg zu stärken.
Am Nachmittag diskutieren die Regionen anschließend im direkten Austausch mit Beamten der EU-Kommission über die Probleme und Herausforderungen der Zukunft der Kohäsionspolitik und nahmen die Harnessing Talent Plattform und die Wirkung auf die Regionen näher in den Blick.
Die Veranstaltung markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer effektiven und zielgerichteten Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung Nordrhein-Westfalens, den Regionen und der Europäischen Union im Hinblick auf die Kohäsionspolitik ab 2028. Sie unterstreicht die gemeinsame Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung und den wirtschaftlichen Erfolg der Regionen.
Ministerin Neubaur: Mit den richtigen strategischen Prioritäten unterstützen wir die Regionen in ihren individuellen Stärken
Wachstum und regionalen Ausgleich fördern, Innovationen anregen und die klimaneutrale Transformation der Regionen erfolgreich umsetzen: die Regionalpolitik Nordrhein-Westfalens hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Wie dies gelingen kann, darüber tauschte sich Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur mit Prof. Dr. Michael Hüther (IW Köln), Wuppertals Oberbürgermeister Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Prof. Dr. Jens Südekum von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und vielen weiteren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis bei der Fachtagung „Regionalpolitischer Aufbruch in NRW“ in Düsseldorf aus.
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Die Regionalpolitik erlebt eine Renaissance. Wir begleiten die Regionen bei ihrer zukunftsgerichteten Transformation! Damit alle Regionen des Landes vom Niederrhein bis zum Siegerland und von Aachen bis Ostwestfalen-Lippe profitieren, setzen wir die richtigen strategischen Prioritäten und unterstützen die Regionen in ihren regionalen Stärken und Bedarfen mit einer Vielzahl von Landes-, Bundes- und EU-Programmen. Eine bessere Verzahnung von Regionalförderung und Regionalplanung, klare Schwerpunkte bei den Förderprogrammen sowie engere regionale Kooperationen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.“
IW-Direktor Prof. Dr. Michael Hüther: „Die regionale Vielfalt und Balance sind eine Stärke des deutschen Wirtschaftsmodells und Garant für breiten Wohlstand in unserem Land. So divers wie die Regionen sind aber auch ihre Probleme und Herausforderungen. Kluge Regionalpolitik kann helfen, die aktuellen wirtschaftlichen Umbrüche zu bewältigen. Dafür braucht es eine klare Strategie – aber auch gezielte Investitionen.“
Prof. Dr Jens Südekum: „Früher ging es bei Regionalpolitik hauptsächlich um die Schaffung von Arbeitsplätzen in wirtschaftlich schwachen Regionen. Heute ist das Aufgabengebiet breiter: es geht darum, dass die Transformation überall so gelingt, dass Klimaschutz mit mehr Wertschöpfung und steigendem Wohlstand einhergeht. Dafür benötigt die Regionalpolitik neue Instrumente und flexiblere Ansätze – genau darüber wird bei der Fachtagung unter Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktikern diskutiert“.
Rund 180 Expertinnen und Experten aus Regionalwissenschaft, Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderungen, Kammern, Gewerkschaften, Verbänden, Politik und Verwaltung tauschten sich auf der Fachtagung über strategische Leitlinien aus. Die Erkenntnisse werden dazu beitragen, die Regionalpolitik in Nordrhein-Westfalen zu schärfen und einem integrierten System der Regionalentwicklung näherzukommen.
Pressekontakt: Evelyn.Binder@mwike.nrw.de , 0211 – 61772 615
Münsterland e.V. diskutiert mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Klimaneutralität und Energiesicherheit, Kreislaufwirtschaft, umweltfreundliche Mobilität, nachhaltige Lebensmittel, Schutz der Ökosysteme: Der Europäische Grüne Deal hat viele Facetten. Über die Inhalte und deren Umsetzung in den Regionen sowie aktuelle Entwicklungen diskutierten rund 200 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am 27. Februar (Dienstag) beim Frühjahrsempfang der Regionen im Landtag in Düsseldorf. Mit dabei war auch der Münsterland e.V. als eine der zehn Partnerorganisationen des Verbunds.
André Kuper, Präsident des Landtags NRW, begrüßte die Gäste. „Starke Regionen in Europa sind das Rückgrat der Demokratie. Wir brauchen eine enge regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um die vielseitigen Aufgaben unserer Zeit zu bewältigen – für eine nachhaltige Industrie und Landwirtschaft, moderne Verkehrsinfrastruktur und Klimaneutralität. Nur gemeinsam können wir die wichtigen Prozesse anstoßen.“
Europäischer Grüner Deal als Wirtschaftsstrategie
Die Keynote hielt Kurt Vandenberghe, Generaldirektor für Klimaschutz der Europäischen Kommission. „Der Europäische Grüne Deal ist unsere Wirtschaftsstrategie. Die ökologische Transformation ist keine reine ökologische Agenda, sondern auch eine finanzpolitische und wirtschaftliche. Nur mit nachhaltigen innovativen Geschäftsmodellen und der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch, können wir langfristig wirtschaftlich erfolgreich bleiben und unseren Lebensstandard erhalten. Dabei sind insbesondere am Anfang hohe Investitionen nötig, die sich aber mittel- und langfristig ökonomisch auszahlen. Bei diesen Investitionsentscheidungen wollen wir Unternehmen unterstützen und Bürokratie abbauen.“
„Die grüne und digitale Transformation im Kontext des Europäischen Grünen Deals ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Dabei entscheidet sich der Erfolg der Transformation in der Organisation vor Ort, in den Regionen“, betonten die Vorstände und Geschäftsführungen im Verbund regionen.NRW bei der Veranstaltung.
Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V., ergänzte: „Als naturverbundene Region setzen wir im Münsterland alles daran, den Klimaschutz in den Fokus zu rücken und gemeinsam den Klimawandel einzudämmen – unter anderem mit der Kampagne ‚Münsterland ist Klimaland‘. Letztlich können wir diese Herausforderung aber nur im Zusammenspiel mit allen relevanten Akteuren angehen, egal ob lokal, national oder weltweit. Deshalb ist für uns der Austausch auf Landesebene ebenso wie auf europäischer Ebene zu diesem Thema so essenziell. Der Verbund regionen.NRW bietet dafür den optimalen Rahmen.“
Bei Bier und Brezel tauschten sich die Regionen nach den Impulsen und Vorträgen intensiv mit den Gästen aus.
Frühjahrsempfang am 27. Februar im Landtag
Seit mehr als zehn Jahren vernetzen sich die Regionen in NRW unter dem Slogan „regionen.NRW. Starke Regionen. Starkes Land“ miteinander und entwickeln gemeinsame Konzepte, Strategien und Projekte. Um den Herausforderungen des Landes auch zukünftig gemeinsam begegnen zu können, kamen die Geschäftsführungen und Vorstände jetzt in Münster zu einer Klausurtagung zusammen und legten die Jahresstrategie des Verbundes fest.
Dabei ging es unter anderem um die Planung für den diesjährigen Frühjahrsempfang der Regionen. Dieser findet am 27. Februar (Dienstag) im Landtag in Düsseldorf statt und steht unter dem Motto „Die Regionen und die Umsetzung des Europäischen Grünen Deals“. Die Keynote hält der Direktor der Generaldirektion Klimaschutz der Europäischen Kommission, Kurt Vandenberghe.
Außerdem sprachen die Vertreterinnen und Vertreter der NRW-Regionen über die zukünftige engere Zusammenarbeit mit der EU-Kommission in Brüssel in Form von Austauschtreffen sowie die Positionierung zur Zukunft der Kohäsionspolitik. Daneben sind in diesem Jahr Workshops in den einzelnen Regionen zu verschiedenen Themen geplant. Auch das Sommerfest am 4. Juni in der NRW-Landesvertretung in Berlin wird der Verbund wieder mit einem Stand mitgestalten. Daneben wird es Austauschtreffen mit den verschiedenen Landesgesellschaften geben, um auch zukünftig eng zu kooperieren.
Dabei durfte auch ein Rückblick auf das Jubiläumsjahr 2023 nicht fehlen, in dem der Verbund sein zehnjähriges Bestehen feierte. In diesem Zuge wurde die Zusammenarbeit mit der EU-Kommission und der Landesregierung deutlich verstärkt und viele erfolgreiche Pvrojekte umgesetzt. Diese Kooperationen sollen noch intensiviert werden und die effektive Arbeit des Verbundes soll dadurch noch sichtbarer gemacht werden.
Weitere Informationen
Der Verbund regionen.NRW besteht seit 2013. Er stärkt die Zusammenarbeit der Regionen untereinander und festigt die strategische Kooperation mit der Landesregierung. Der Verbund umfasst die Zukunftsagentur Rheinisches Revier sowie die neun regionalen Managementorganisationen: Region Aachen Zweckverband, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, Regionalmanagement Düsseldorf – Kreis Mettmann, Region Köln/ Bonn e.V., Münsterland e.V., Standort Niederrhein GmbH, OstWestfalenLippe GmbH, Regionalverband Ruhr und Südwestfalen Agentur GmbH. Die Geschäftsstelle ist beim Münsterland e.V. angesiedelt.