Insgesamt 823.500 Euro Fördermittel vom Land Nordrhein-Westfalen fließen 2022 in Kunst- und Kulturprojekte im Münsterland. Beworben hatten sich die Kulturschaffenden der Region im vergangenen Jahr über das Landesförderprogramm „Regionale Kulturpolitik“ (RKP). Aus 30 Anträgen wurden schließlich 23 Projekte vom Kulturrat Münsterland für eine Förderung in diesem Jahr ausgewählt – und damit ebenso viele, wie in den Jahren vor der Pandemie.

„Die Mischung aus etablierten Projekten, die sich natürlich ständig weiterentwickeln, und neuen Formaten und Akteuren macht es auch in diesem Jahr extrem spannend“, sagt Andre Sebastian, Leiter des Kulturbüros beim Münsterland e.V., das die Kulturschaffenden bei der Antragstellung berät. „Wir freuen uns, dass die Region mit 30 eingegangenen Anträgen und 23 bewilligten Projekten das Niveau der Vorjahre halten konnte, denn die Auswirkungen der Pandemie haben auch in der Kulturszene ihre Spuren hinterlassen. Da hätte es uns nicht gewundert, wenn diesmal weniger Projekte eingereicht worden wären.“

Die inhaltlichen Themen sind dabei ebenso vielfältig wie die künstlerischen Sparten: Vom etablierten Musikformat in Gärten und Parks, dem Spuk alter Kultur in der Gegenwart, der Porträtmalerei im Selfie-Zeitalter bis zu riesengroßen Wal-Schwanzflossen, die aus münsterländischen Feldern ragen.

Erstmalig hatten die Akteurinnen und Akteure auch die Möglichkeit, zusätzlich zu einer prinzipiellen Förderung sogenannte „Ergänzungsmittel Barrierefreiheit“ zu beantragen. Andre Sebastian erklärt, was dahinter steckt: „Mit bis zu 5000 Euro zusätzlicher Förderung pro Projekt möchte das Land NRW die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am kulturellen Leben unterstützen. Bei unseren Anträgen geht es da zum Beispiel um Dolmetschen von Veranstaltungen in deutsche Gebärdensprache, den Einsatz von Rollfietsen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder eine Filmfassung mit Untertiteln für Gehörlose.“

Wer wird gefördert?
Neben bekannten Projekten wie dem „Münsterland Festival“ oder der Reihe „Trompetenbaum und Geigenfeige“ stehen auch neue Formate von bekannten Akteuren in den Startlöchern. So steuert das neue Projekt des Reset e.V. mit dem verheißungsvollen Titel „Freubad“ in diesem Jahr die Freibäder im Münsterland an und das rock’n’popmuseum Gronau widmet sich dem Kulturphänomen Disko.

Auch neue Kunst- und Kulturschaffende kommen in diesem Jahr erstmals mit dem RKP-Förderprogramm in Berührung: Das Filmkollektiv „wdnnw – wenndienaturnichwill“ wird mit „Wild Wild Westfalen (Arbeitstitel)“ den vermutlich ersten niederdeutschen Kurzfilmwestern drehen und die Künstlergruppe Mannstein + Vill wird in ihrem partizipativen Projekt „Paste Up History!“ Fotocollagen mit historischen und aktuellen Bezügen auf ausgewählten Häuserfassaden im Kreis Steinfurt anbringen. Unter dem Titel „Wir sind Rincklake. Porträtmalerei im Selfiezeitalter“ kooperieren drei historische Kultureinrichtungen im Kreis Warendorf.

Das MNEME kollektiv mit Charlotte Petersen wird in diesem Jahr zum zweiten Mal gefördert. Petersen unterstreicht die Möglichkeiten, die sich trotz Corona für die Kultur ergeben: „Neben der Erfahrung der Isolation und des Stillstands haben die letzten zwei Jahre oft auch zu einer Rückbesinnung auf die eigene künstlerische Grundidee geführt. Viele Künstlerinnen und Künstler können heute viel klarer benennen, wo sie mit ihrer Kunst und Kultur ansetzen wollen, als vor der Pandemie. Über die Regionale Kulturpolitik bekommen wir vom MNEME kollektiv mit unserer interaktiven Vorstellungsreihe ‚Niemandsland‘ die Möglichkeit, an diesem Punkt anzuknüpfen und ein Projekt zu entwickeln, das Menschen dazu einlädt, Tanztheater nicht nur visuell sondern auch in eigenen Bewegungserfahrungen zu erleben.“

Der Kulturrat Münsterland hatte die Projekte im Herbst 2021 für eine Förderung empfohlen, die Bezirksregierung Münster und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft werden sie voraussichtlich in den nächsten Tagen bewilligen.

www.regionalekulturpolitiknrw.de

www.muensterland.com/regionale-kulturpolitik 

Weitere Informationen zum Förderprogramm Regionale Kulturpolitik NRW
Mit der Regionalen Kulturpolitik unterstützt die Landesregierung Kulturprojekte in allen zehn Kulturregionen NRWs, um das Profil und die Identität der Regionen zu stärken. Dabei werden Kooperation und Vernetzung groß geschrieben: Mindestens drei Kulturschaffende aus zwei Städten oder Gemeinden des Münsterlands entwickeln gemeinsam ein Projekt mit regionalem Bezug und führen es zusammen durch. Die Antragsfrist ist immer der 30. September. Das Kulturbüro des Münsterland e.V. berät interessierte Kulturschaffende vor und während der Antragsstellung. Das Förderprogramm feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.

Die Region Münsterland ist vom Land Nordrhein-Westfalen als Öko-Modellregion ausgewählt worden. Das gab das NRW-Landwirtschaftsministerium am Freitag bekannt. Damit werden der Ausbau des Öko-Landbaus und die Netzwerkbildung im Münsterland gefördert. Die Stadt Münster sowie die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf hatten sich unter Federführung des Münsterland e.V. an dem Landes-Wettbewerb beteiligt und sind damit nunmehr Teil des Öko-Modellregionen-Netzwerks.

„Wir freuen uns, dass wir mit unserem münsterlandweiten Ansatz erfolgreich waren und nunmehr unterstützt vom Land NRW das Betreiben der regionalen Land- und Ernährungswirtschaft nach ökologischen Maßstäben vorantreiben können“, betont Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V. „Wir wollen als Region dazu beitragen, die starke Landwirtschaft und das breite Ernährungshandwerk zu erhalten. Über die gemeinsam abgestimmten Aktivitäten im Rahmen der Öko-Modellregion Münsterland fördern wir abermals auch den Klima- und Umweltschutz, die Biodiversität und das Tierwohl“, freuen sich auch die Landräte der Münsterlandkreise Dr. Kai Zwicker (Kreis Borken), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Kreis Coesfeld), Dr. Martin Sommer (Kreis Steinfurt), Dr. Olaf Gericke (Kreis Warendorf) sowie Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe über den Erfolg der gemeinsamen Bewerbung. Zum Ernährungshandwerk gehören beispielsweise Berufsfelder der Bäckerei, Konditorei, Fleischerei sowie Brauerei.

Das Münsterland fokussiert dabei drei Bereiche: Erstens die Erhöhung des Bio-Anteils in der Außer-Haus-Versorgung, zweitens die Erweiterung und Stärkung des Vertriebs von Bio-Lebensmitteln und drittens die Identifizierung und Schließung von Lücken in der regionalen Bio-Wertschöpfungskette. Die Wege, um diese Ziele zu erreichen, sind vielfältig: Entsprechende Akteure in der Region sollen stärker vernetzt, Kantinen miteingebunden, Workshops organisiert und die Verbraucherinnen und Verbraucher angesprochen und sensibilisiert werden. Außerdem sind Bio-Regionalregale für den stationären und digitalen Handel angedacht. Daneben sollen regionale Bio-Wertschöpfungsketten identifiziert und geschlossen werden, flankiert durch Öffentlichkeitsarbeit und verschiedenste Veranstaltungen.

„Das Münsterland genießt den Ruf als hochwertige Naherholungs-, Urlaubs- und Genussregion. Der Ausbau des Öko-Landbaus beflügelt diesen Ruf und stärkt die Marke Münsterland. Denn es trägt zum guten Leben bei, wofür das Münsterland steht, und sorgt nachhaltig und mit Weitblick dafür, dass wir auch zukünftig gut in unserer Region leben können“, sagt Klaus Ehling.

Nach der Auswahl des Münsterlandes im Wettbewerbsverfahren steht nun die formale Antragsstellung an. Die Projektpartner erarbeiten hierzu nun ein gemeinsames Feinkonzept. Das Land wird bis zu 80 Prozent der Kosten tragen zur Umsetzung der eingereichten Konzepte für ein Öko-Regionalmanagement über eine Laufzeit von zunächst bis zu drei Jahren und maximal 80.000 Euro pro Region und Jahr.

Ziel der Förderung von Öko-Modellregionen ist laut Land NRW die Erweiterung und stärkere Vernetzung von Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten, etwa im Lebensmittelhandwerk, im Handel, in der Gastronomie oder in öffentlichen Kantinen. Durch eine bessere Erschließung regionaler Absatzpotentiale soll das Interesse an einer Umstellung der Landwirtschaft und damit langfristig der Anteil an ökologisch bewirtschafteter Fläche in Nordrhein-Westfalen steigen. 2021 hatte das Landwirtschaftsministerium zum ersten Mal den Wettbewerb Öko-Modellregionen in Nordrhein-Westfalen ausgerufen. Den Zuschlag erhielten die drei Regionen „Bergisches RheinLand“, „Kulturland Kreis Höxter“ und „Niederrhein“. Ende 2021 folgte der zweite Wettbewerbs-Aufruf, bei dem nun neben dem Münsterland auch die Region Minden-Lübbecke ausgewählt wurde. Damit wächst das Netzwerk auf fünf Öko-Modellregionen.

„RKP – Regionales Kultur Programm NRW“ feiert Jubiläum mit neuem Namen

Rund 380 geförderte Kulturprojekte in der Region, unterstützt mit Geldern in Höhe eines zweistelligen Millionen-Betrags: Das ist die eindrucksvolle Bilanz der vergangenen 25 Jahre, in denen die Kultur im Münsterland vom Landesförderprogramm „Regionale Kulturpolitik“ gefördert wurde. Inzwischen ist das Programm aus dem Münsterland nicht mehr wegzudenken. Auch für die nächsten 25 Jahre hat es die Mission, kreative, verrückte, engagierte, kleine und große Kulturprojekte zu unterstützen. Und zwar mit neuem Namen und Logo: aus der „Regionalen Kulturpolitik“ wird das „Regionale Kultur Programm“ (RKP).

Das Prinzip: Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt damit regionale Kulturprojekte finanziell. Um Förderung zu erhalten, müssen Kulturschaffende einen Antrag bei ihrer jeweiligen Bezirksregierung einreichen. Die regionalen Kulturbüros beraten und helfen bei der Antragstellung.

„Wir wollen, dass das Programm genutzt wird. Unser Auftrag ist, das Geld unter die Leute zu bringen“, fasst Andre Sebastian zusammen. Er leitet das Kulturbüro Münsterland, das das Förderprogramm für die Region koordiniert. „Unsere Kulturschaffenden haben so viele gute Ideen, die aber natürlich finanziert werden müssen. Das Regionale Kultur Programm ist dafür die beste Möglichkeit und hat in den letzten 25 Jahren viele gute Kulturprojekte möglich gemacht. Sicher wäre die Kulturlandschaft im Münsterland sonst nicht so reich und vielfältig, wie sie jetzt ist.“

Auch Lars Krolik vom Kulturbüro erinnert sich an die vergangenen Jahre: „Dass es das Förderprogramm schon über eine so lange Zeit gibt, ist eine Erfolgsgeschichte. Zu Anfang haben nur wenige Kulturschaffende aus der Region einen Antrag auf Förderung eingereicht, häufig waren es die immer gleichen Akteure. Inzwischen haben wir im Schnitt 30 bis knapp 40 Anträge pro Jahr, von denen ungefähr 20 bewilligt werden. Uns freut auch, dass das Feld breiter geworden ist: Neben etablierten Einrichtungen beantragen auch viele kleinere Gruppen, Vereine und Einzelkünstlerinnen und -künstler Gelder.“

Auch die Aufgaben des Kulturbüros haben sich verändert. Ging es zu Anfang noch viel darum, zwischen Verwaltung und Kunst zu vermitteln und das Antragsverfahren zu erklären, steht heute eher das Marketing im Fokus, um das Programm noch bekannter zu machen. „Da haben sich beide Seiten aufeinander zubewegt“, sagt Andre Sebastian. „Die Verwaltung versucht inzwischen, möglichst bürokratiearm und kundenorientiert zu agieren, und die Kunst- und Kulturschaffenden haben sich weitergebildet und das nötige Handwerkszeug beschafft.“ Auch die Digitalisierung hat das Antragsverfahren einfacher gemacht. Der neue Name des Programms soll zusätzlich Barrieren abbauen.

Der Querschnitt durch die Förderprojekte der letzten 25 Jahre zeigt auch, was Kulturakteure im Münsterland bewegt hat und immer noch bewegt: Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zieht sich wie ein roter Faden durch die Projekte. Darüber hinaus ist im Münsterland das Spannungsfeld zwischen Stadt und Land charakteristisch. „Es gab und gibt immer wieder mobile Kulturformate, die gezielt den ländlichen Raum bespielen, etwa die ‚Wald und Wiesen Kultur‘, ‚sozialpalast Music Convoy‘ oder ‚Spielzeit Münsterland‘“, sagt Sebastian. „In einer Stadt wie Münster gibt es im Hinblick auf Kunst und Kultur eine völlig andere und dichtere kulturelle Infrastruktur als irgendwo anders im Münsterland. Zudem die entsprechenden Ausbildungsinstitutionen wie Kunstakademie, Musikhochschule oder theaterpädagogische Zentren. Deswegen bringen uns als Region Projekte enorm weiter, die den Austausch zwischen den Angeboten in der Stadt und auf dem Land forcieren. Viele Akteurinnen und Akteure haben erst über das Regionale Kultur Programm das Münsterland und damit auch ein ganz neues Publikum entdeckt.“

Daraus ergibt sich für das Kulturbüro auch ein Ausblick auf die nächsten Jahre: „Wir wünschen uns, dass noch mehr Kunst- und Kulturschaffende das Programm nutzen und ihre Ideen verwirklichen“, sagt Lars Krolik. „Einen echten Mehrwert bringen nach unserer Erfahrung kooperative Projekte mit interkommunaler oder regionaler Zusammenarbeit.“ Krolik leitet mit dem Münsterland Festival seit mehreren Jahren selbst ein RKP-Projekt, das in der ganzen Region stattfindet und zahlreiche Partner hat. „Kooperation kann anstrengend sein, gleichzeitig aber in vielen Bereichen zu Win-win-Situationen führen, wenn beide Seiten es ernst meinen und auf Augenhöhe agieren.“

Die Corona-Pandemie hat für die Kulturschaffenden einen Einschnitt bedeutet, der auch in den nächsten Jahren noch eine Rolle spielen wird. Andre Sebastian: „Neben Fragen der Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit, Diversität, Vermittlung oder der Selbstvermarktung hat die Corona-Pandemie die Situation um eine weitere Ebene erweitert: die der Existenz. Entscheidend wird sein, wie sich die Kunst und Kultur von der Krise erholt. Dabei kann das Regionale Kultur Programm unterstützen.“

Mehr Informationen zu den aktuell geförderten Projekten gibt es auf www.muensterland.com/regionales-kultur-programm. Ein Querschnitt aller jemals geförderten Kulturprojekte präsentiert sich am 21. Mai beim Kulturfestival „Ein Kessel Buntes“ auf dem Gelände des Mühlenhofs in Münster. Mehr Informationen dazu gibt es bald auf www.muensterland.com/ein-kessel-buntes.

www.regionaleskulturprogrammnrw.de
www.muensterland.com/regionales-kultur-programm

Verbundprojekt Enabling Networks Münsterland vernetzt Unternehmen und Forschung

Additive Fertigung, Explainable AI, Extended Reality – das Verbundprojekt Enabling Networks Münsterland präsentierte vergangene Woche zum ersten Mal die neusten Tech-Trends für Unternehmen im Münsterland. Grundlage war eine eigens in Auftrag gegebene Foresight-Analyse des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung, die umfangreiche Marktdaten und Publikationen ausgewertet hatte. „Die Analyse ist auf das Münsterland zugeschnitten, denn der thematische Fokus liegt auf unseren fünf regionalen Innovationskompetenzfeldern und insbesondere auf der Anwendung in kleinen und mittelständischen Unternehmen in den nächsten fünf bis zehn Jahren“, betonte Bernd Büdding, Projektleiter von Enabling Networks Münsterland. Die Veranstaltung zur Veröffentlichung der Analyse-Ergebnisse fand im Factory Hotel in Münster statt und wurde digital live übertragen. Dabei tauschten sich rund 50 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Wirtschaftsförderer über die neuen Technologien aus und vernetzten sich untereinander.

Die Analyse teilt sich in fünf Berichte auf, die die fünf Innovationskompetenzfelder des Münsterlandes widerspiegeln: Digitales Münsterland, technologische Lösungen aus der Medizin, der Weg zur Kreislaufwirtschaft, umweltfreundliche Werkstoffe der Zukunft und der Weg zur vernetzten Produktion. Neben ausführlichen Einschätzungen zum Zukunftspotenzial der einzelnen Technologien liefern die Berichte weiterführende Links und anschauliche Grafiken zur Relevanz für die Bereiche Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft.

Insgesamt werden rund 50 Technologien beleuchtet. Elna Schirrmeister vom Fraunhofer Institut stellte die Ergebnisse der Analyse bei der Veranstaltung vor: „Die Foresight-Analyse ermöglicht einen schnellen Einstieg in die einzelnen Themenbereiche und Technologien. Unternehmerinnen und Unternehmer können sich davon inspirieren lassen, Bekanntes vertiefen oder Unbekanntes entdecken. Es wird deutlich, dass das Münsterland im Bereich KI und Digitalisierung bereits gut aufgestellt ist.“ Als Beispiel für eine Technologie, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, nannte sie die Explainable Artificial Intelligence, kurz XAI. Dabei geht es darum, die Ergebnisse von künstlicher Intelligenz in einer für Menschen verständlichen Form zu erklären. Damit soll die Akzeptanz und das Vertrauen in die KI-Systeme gesteigert werden. Anwendung findet XAI insbesondere im Bereich der Medizin.

Die vollständige Analyse steht auf www.muensterland.com/tech-trends öffentlich zum Download zur Verfügung.

Im weiteren Verlauf des Projektes Enabling Networks Münsterland werden anhand der Studienergebnisse Handlungsempfehlungen innerhalb der sogenannten „Denkfabriken“ ausgearbeitet. „Unser Ziel ist es, Kooperationen im Bereich der Innovationen zu ermöglichen. Dafür vernetzen wir die Akteure aus den Unternehmen mit Hochschulen und Forschungsinstituten bei unseren Denkfabriken. Mit der Foresight-Analyse bieten wir den Unternehmen einen kostenlosen Service, der den Grundstein für innovative Entwicklungen legt“, sagte Büdding.

Andreas Fiebing von der InterMedCon GmbH beteiligte sich bei der Tech-Trends-Veranstaltung an der Podiumsdiskussion und stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einige Technologien aus dem Bereich der Medizin vor. Den Nutzen der Analyse für seine Arbeit sah er sofort: „Auf der Grundlage der wissenschaftlich fundierten Berichte können wir als Unternehmen aufbauen. Darüber reden, uns vernetzen und somit passende Projektpartner finden – das ist der richtige Weg, um neue Technologien zu etablieren.“

Mehr zu Enabling Networks Münsterland

Als regionale Verbundinitiative und Nachfolgeprojekt von Enabling Innovation Münsterland unterstützt Enabling Networks Münsterland Unternehmen und Hochschulen im Münsterland dabei, Innovationen zu entwickeln, sie umzusetzen und die richtigen Partner für das Vorhaben zu finden. Das Projekt besteht aus zwei Maßnahmenpaketen: Die Münsterland-Denkfabriken und das Technologiescouting. In den fünf Denkfabriken kommen Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, der Forschung und regionalen Netzwerken zusammen und erarbeiten für spezifische Themenkomplexe Ideen, Initiativen und Zukunftsmodelle. Der zweite Baustein ist das Technologiescouting. Dadurch entsteht besonderes Technologiewissen, mit dem Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kompetenzzentren noch besser vernetzt werden.

Der Projektverbund mit dem Münsterland e.V. als Leadpartner besteht aus den Wirtschaftsförderungen der Münsterlandkreise und der Technologieförderung Münster sowie den Transferstellen der regionalen Hochschulen und fünf Facheinrichtungen, die Innovationen in ihren Branchen vorantreiben. Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Aufrufs „Regio.NRW“ von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

www.muensterland.com/enabling  

Verbundprojekt Enabling Networks Münsterland blickt über die Grenzen der Region hinaus

Künstliche Intelligenz, innovative Sensorik und das Krankenhaus der Zukunft: Das Verbundprojekt Enabling Networks Münsterland blickte in den vergangenen Monaten über die Grenzen der eigenen Region hinaus und nahm Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Münsterland mit auf vier spannende Innovation-Scouting-Reisen. Gemeinsam mit sogenannten Technologie-Scouts ging es nach Aachen, Duisburg, Würzburg und Eindhoven. Das Ziel: neue Impulse für Forschung und Innovation. Passend zu den Innovationskompetenzfeldern des Münsterlandes ging es dabei um digitale Lösungen, vernetzte Produktion, Werkstoffe der Zukunft und technologische Lösungen in der Medizin.

„Der Blick über den Tellerrand hat gezeigt, wie sich neue Technologien bereits jetzt in bestehende Anwendungen integrieren lassen und die Herausforderungen der Zukunft lösen können. Viele dieser anwendungsnahen Forschungsprojekte könnten auch in Kürze im Münsterland Innovationen erzeugen“, sagt Bernd Büdding, Projektleiter des Verbundprojektes.

Das Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik empfing die Gäste in Duisburg mit einem Krankenhaus der Zukunft: Mit digitaler Anmeldung, hochmoderner digitaler OP-Ausstattung und einem Spiegel, der medizinische Daten erfasst, auswertet und überträgt. Dort arbeiten die Experten in wirklichkeitsgetreuer Umgebung an Operations- und Diagnosetechniken.

Unter dem Motto „Life Science meets Digitalisierung“ ging es für die Unternehmerinnen und Unternehmer in die Niederlande. Im Holst Centre in Eindhoven lernten sie die Technik der innovativen Sensorik kennen. „Beim Einsatz von modernen Röntgen-Sensoren lässt sich nicht nur die Atmung von Babys auf Matratzen messen, auch eine Vielzahl von Parametern wie zum Beispiel Lage, Temperatur und Gewicht helfen bei der Überwachung des Babys“, erläutert Büdding.

Ein weiteres Highlight der Scouting-Reisen war der 5G-Industrie Campus Europe in Aachen, der als erster Standort in Deutschland mit einem flächendeckenden 5G-Netz ausgestattet ist. „Wo Maschinen und Roboter miteinander kommunizieren, müssen große Datenmengen schnell übertragen werden. Im Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen bekamen wir spannende Einblicke und Expertenwissen über das Engineering der Zukunft“, so Christopher Langner, der als Technologie-Scout des Mechatronik Instituts Bocholt der Westfälischen Hochschule für das Projekt Enabling Networks mit dabei war.

Die letzte Reise führte die Unternehmerinnen und Unternehmer in das Kunststoff-Zentrum in Würzburg, wo praxisnah an Fragestellungen in Bezug auf Kunststoffe geforscht wird. „Kunststoffe sind hochleistungsfähige Werkstoffe mit individualisierbaren Eigenschaften, die in vielen Bereichen eingesetzt werden. Dabei spielt das sortenreine Recycling auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle“, erläutert Dr. Christian Junker von der Technologieförderung Münster.

Einen wichtigen Bestandteil der Innovation-Scouting-Reisen stellte neben dem thematischen Austausch mit den Forschungszentren vor allem die Vernetzung der Unternehmerinnen und Unternehmer untereinander dar. „Mithilfe regionaler Netzwerke und der Verknüpfung von Forschung und Unternehmenspraxis können innovative Projekte entstehen. Mit dem Projekt Enabling Networks Münsterland wollen wir genau das erreichen“, so Büdding. Diese Eindrücke aus den Innovation-Scouting-Reisen nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit in die Münsterland-Denkfabriken und somit fließen sie zurück in die Region. Daraus sollen Ideen und Handlungsempfehlungen für die Regionalentwicklung entstehen.

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Als regionale Verbundinitiative und Nachfolgeprojekt von Enabling Innovation Münsterland unterstützt Enabling Networks Münsterland Unternehmen und Hochschulen im Münsterland dabei, Innovationen zu entwickeln, sie umzusetzen und die richtigen Partner für das Vorhaben zu finden. Das Projekt besteht aus zwei Maßnahmenpaketen: Die Münsterland-Denkfabriken und das Technologiescouting. In den fünf Denkfabriken kommen Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, der Forschung und regionalen Netzwerken zusammen und erarbeiten für spezifische Themenkomplexe Ideen, Initiativen und Zukunftsmodelle. Der zweite Baustein ist das Technologiescouting. Dadurch entsteht besonderes Technologiewissen, mit dem Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kompetenzzentren noch besser vernetzt werden.

Der Projektverbund mit dem Münsterland e.V. als Leadpartner besteht aus den Wirtschaftsförderungen der Münsterlandkreise und der Technologieförderung Münster sowie den Transferstellen der regionalen Hochschulen und fünf Facheinrichtungen, die Innovationen in ihren Branchen vorantreiben. Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Aufrufs „Regio.NRW“ von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

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Unter 110 Bewerbungen aus dem ganzen Münsterland haben sich diese fünf durchgesetzt: 2G Energy AG aus Heek, CLK GmbH aus Altenberge, Predimo GmbH aus Münster, Deutsche E-Bike Akkuservice UG aus Münster und Cargobull Telematics GmbH aus Münster. Ihre Innovationen wurden am Donnerstagabend bei einer feierlichen Preisverleihung in der SEESCHEUNE in Dülmen vor rund 300 Gästen mit dem Innovationspreis Münsterland ausgezeichnet. „Die Region kann stolz auf ihre Unternehmen sein“, sagte Klaus Ehling, Vorstand des Veranstalters Münsterland e.V. „Unsere Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, wie vielfältig Innovationen sein können, ebenso wie die Bereiche, in denen sie zum Einsatz kommen. Da steckt viel münsterländische Tatkraft drin. Die Unternehmen bringen neue Impulse und frischen Wind in die regionale Wirtschaft, machen sie stark und tragen zu einem guten Leben bei.“

Der Münsterland e.V. vergibt den Innovationspreis Münsterland alle zwei Jahre gemeinsam mit den Förderern des Wettbewerbs, den Sparkassen im Münsterland, der Provinzial Versicherung AG und dem Energiedienstleister und Infrastrukturanbieter Westenergie AG. In diesem Jahr waren unter dem Motto  „Gemeinsam. Nachhaltig. Handeln. Das Münsterland denkt weiter.“ 16 Unternehmen in den Kategorien „Wirtschaft“, „Wissenschaft trifft Wirtschaft“, „Start-up“, „Klein und pfiffig“ sowie „Digitale Geschäftsmodelle“ nominiert. Jetzt stehen die Preisträger fest:

In der Kategorie „Wirtschaft“ ging der Innovationspreis Münsterland an die 2G Energy AG aus Heek. Mit ihrer Innovation „Wasserstoff BHKW agenitor 406 H2“ war es ihr 2019 als weltweit erstem Hersteller gelungen, Blockheizkraftwerke für den Betrieb mit Wasserstoff statt Erdgas umzurüsten. Gedacht ist bei dieser Innovation besonders an den Überschuss-Strom aus Wind und Solar, der als Wasserstoff gespeichert wird und durch das Blockheizkraftwerk wieder in Wärme und Strom umgewandelt werden kann. „Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, ist diese Innovation Gold wert“, sagte Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland, in seiner Laudatio. „Damit bringt das Unternehmen die Region nach vorne. Und vor dem aktuellen Hintergrund, dass wir in Zukunft wahrscheinlich mit weniger Gas auskommen müssen, gewinnt das Wasserstoff-Blockheizkraftwerk zusätzlich an Relevanz.“

Für mehr Sicherheit beim Verzehr von Lebensmitteln sorgen hingegen die Preisträger in der Kategorie „Wissenschaft trifft Wirtschaft“: Die CLK GmbH aus Altenberge hat in Kooperation mit der FH Münster den „MultiCheck“ entwickelt. Das Kamerasystem erkennt zuverlässig Fremdkörper bei der Produktion von Lebensmitteln. „Der MultiCheck gewährleistet eine sehr viel höhere Prozesssicherheit, als bisherige Verfahren. Damit hebt er sich vom Stand der Technik ab. Das System braucht auch keinen eigenen Platz in der Prozesskette, sondern wird in bestehende Mehrkopfwaagen integriert“, lobte Dr. Christian Brandt, Generalbevollmächtigter der Provinzial Versicherung AG, in seiner Laudatio. „Das mit der FH entwickelte Verfahren ist keine Einzellösung, sondern wird Schule machen – und neben der Lebensmittelindustrie auch in weiteren Bereichen.“

Auch der Preisträger in der Kategorie „Start-up“ trägt zu mehr Sicherheit und Gesundheit bei. Gegründet 2019, hat das Start-up Predimo GmbH aus Münster die „ComputerMyoGrafie“ entwickelt. Ein Verfahren, das nicht nur Bewegungen analysiert, sondern auch die damit verbundenen individuellen Belastungen erkennt. „Innovationen tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft immer neue Zukunftswege beschreiten darf. Das gilt auch für die Predimo GmbH aus Münster: Sie hat ein Verfahren entwickelt, das körperliche Bewegungen medizinisch analysiert und die damit verbundenen individuellen Belastungen erkennt. Das ist nicht nur kreativ, sondern sorgt hoffentlich auch zukünftig für weniger ‚Rücken, Knie oder Hüfte‘. Dafür wünschen wir weiterhin viel Erfolg“, so Frank Knura, Vorstandsvertreter der Sparkasse Münsterland Ost und Laudator für die Sparkassen im Münsterland.

Den ersten Platz in der Kategorie „Digitale Geschäftsmodelle“ belegte die Cargobull Telematics GmbH aus Münster, eine hundertprozentige Tochter der Schmitz Cargobull AG. Mit dem „TrailerConnect® Data Management Center“ hat sie ein Infrastruktur-Tool auf den Markt gebracht, das für mehr Datensicherheit und Transparenz in der Logistik-Branche sorgt. Laudatorin Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, erläuterte: „Digitalisierung betrifft uns alle und ist inzwischen mehr als nur ein Schlagwort. Damit verbunden sind oft riesige Datenmengen, die kontrollierbar und geschützt sein müssen. Mit dem ‚TrailerConnect® Data Management Center’ können Speditionen endlich selbst entscheiden, welche Daten sie mit wem teilen, zum Beispiel GPS- oder Tourdaten. In Zeiten von wichtigen und auch gefährdeten Lieferketten wird dies Einfluss auf die gesamte Transport- und Logistikbranche haben. Eine Innovation, die im positiven Sinne längst überfällig war.“

Getreu dem Innovationspreis-Motto „Gemeinsam. Nachhaltig. Handeln.“ wurde in der Kategorie „Klein und pfiffig“ ein Unternehmen zum Preisträger gekürt, das sich mit der Sicherheit und auch Langlebigkeit von E-Bike-Akkus beschäftigt. Die Deutsche E-Bike Akkuservice UG aus Münster verhindert mit ihrer „EproSafe Akku Schutzbox“ nachhaltig Haus- und Garagenbrände aufgrund brennender Akkus. „Inzwischen ist fast jedes zweite Fahrrad, das neu angeschafft wird, ein E-Bike. Der eine oder die andere lässt dafür auch gerne mal das Auto stehen. Die Akkuschutzbox der Deutsche E-Bike Akkuservice UG verhindert, dass die Akkus beim Aufladen überhitzen oder in Brand geraten. Damit rettet sie im Fall der Fälle nicht nur Leben, sondern sorgt auch dafür, dass die Akkus möglichst lange halten. Eine pfiffige Innovation, die Fahrradfahren noch nachhaltiger macht“, so Linda Klümper, Leiterin des Innovationsmanagements bei der Stadtwerke Münster GmbH. Die Stadtwerke werden ab 2023 weiterer Sponsor für den Innovationspreis Münsterland sein.

Alle ausgezeichneten Preisträger erhalten ein Preisgeld von 4000 Euro sowie einen für das eigene Unternehmen produzierten Image- oder Produktfilm. Durch die Preisverleihung führte Moderatorin Eva-Maria Jazdzejewski und war auch mit einer Improvisation zum Thema „Innovieren im Münsterland“ aktiv auf der Bühne. In einer kurzen Talkrunde ging es darüber hinaus um das Jubiläum „25 Jahre Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsförderer im Münsterland“ und um Innovationen in Zeiten des Fachkräftemangels. Für leckere Speisen und Getränke aus der Region sorgte die Böinghoff Catering & Event GmbH. Bei Reibeplätzchen und Lamm-Burger vom Lüdinghauser Weidelamm klang der Abend mit münsterländischem Erfindergeist aus.

Einen Überblick über alle 16 Unternehmen, die für den Innovationspreis Münsterland nominiert waren, gibt es auf www.innovationspreis-muensterland.de