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Im Bergischen Land entsteht mit dem „Bergischen Hochwassermeldesystem 4.0“ (HWS 4.0) ein neues digitales Instrument für den Hochwasserschutz. Die Zielsetzung ist, steigende Wasserpegel und somit Hochwassergefahren an der Wupper und ihren Nebenbächen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) präziser vorherzusagen. Dadurch können Kommunen, Katastrophenschutz, Einsatzkräfte und Bevölkerung frühzeitiger informiert werden.

Seit dem Projektstart 2023 hat sich bereits viel getan. Das HWS 4.0 sammelt Messwerte aus der Region und stellt sie übersichtlich zur Verfügung. Für präzisere Vorhersagen werden umfangreiche Daten benötigt: Pegelstände an Gewässern, Rückhaltebecken und Kanälen, die Niederschlagsmengen sowie der Füllstand von Talsperren. Daher ist ein wichtiger Aspekt, das Messnetz im Wuppergebiet und dadurch die Datengrundlage zu erweitern. Dabei wird auch neuartige Sensorik eingesetzt und für die Wasserwirtschaft optimiert.

Das Messnetz des Wupperverbandes umfasst inzwischen 60 Pegel und 100 Sensoren. Sie erfassen Wasserstände und Regenmengen in Echtzeit. Neue Hochwassermeldepegel für die Wupper wurden kürzlich in Wipperfürth und Solingen gebaut. In Leichlingen entsteht ab Oktober ein weiterer Meldepegel. Auch zahlreiche Klima- und Niederschlagsstationen, in den letzten zwei Jahren 7 neue, sind Teil des Netzes.

Ein wichtiger Schwerpunkt des Projekts ist der Einsatz von KI. Die KI wird mit den gesammelten Daten trainiert, um typische Muster zu erkennen – zum Beispiel, wenn Pegelstände schnell steigen. Ziel ist es, Vorhersagen zu ermöglichen, die mehrere Stunden im Voraus zeigen, wie sich die Situation in den Gewässern entwickeln könnte.

Der Prototyp für das Dashboard ist online

Alle diese Daten fließen in das neue Online-Dashboard, das bereits jetzt als Prototyp verfügbar ist. Dort können Interessierte die aktuelle Entwicklung der Pegelstände im Wuppergebiet verfolgen. Auf einer interaktiven Karte werden die Messstellen angezeigt. Je weiter man in die Karte hineinzoomt, desto mehr Stationen werden sichtbar. Außerdem gibt es eine Liste mit allen Messpunkten – von Niederschlagsmessstellen über Gewässerpegel bis hin zu Talsperren. Angezeigt werden jeweils der aktuelle Messwert und die Tendenz: steigend, konstant oder fallend. Klickt man auf eine Messstelle, öffnet sich ein Diagramm, das die Entwicklung der Werte über verschiedene Zeiträume – von drei Stunden bis zu zwei Wochen – zeigt.

Der Prototyp des Dashboards ist frei zugänglich unter: https://www.hws.nrw/dashboard/start

Im nächsten Schritt soll zusätzlich eine App entwickelt werden, die die Meldungen mobil und noch leichter verfügbar macht. Sie soll ab Mitte 2026 bereitstehen.

Informationen zum HWS 4.0

Das Forschungsvorhaben „Bergisches Hochwassermeldesystem 4.0 (HWS 4.0)“ startete im Juni 2023 und ist auf drei Jahre angelegt.
Forschungspartner sind: Heinz Berger Maschinenfabrik, Wupperverband, Bergische Universität Wuppertal, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Wuppertaler Stadtwerke und Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Remscheid-Solingen.
Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen mit 2,8 Mio. Euro gefördert.

https://bergisches-hws.de/

Das HWS 4.0 ist Teil der Initiative „Flagships powered by KI.NRW“, der Kompetenzplattform des Landes für Künstliche Intelligenz KI.NRW. Bei der Entwicklung der neuen Technologien arbeiten die Projektteilnehmer auch mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) und weiteren Regionen Nordrhein-Westfalens zusammen.

Am 17.2.25 wurde unter Anwesenheit des estnischen Außenministers Margus Tsahkna das „Memorandum of Understanding“ zur Zusammenarbeit zwischen der CR14 Foundation aus Tallin und der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft unterschrieben. Diese Kooperation ist ein wichtiger Baustein für die Ausrichtung des Projektbüros „Modellregion Cybersicherheit Bergisches Land“ und der zukünftigen Arbeit.

Es wird zukünftig um gemeinsame Projekte zur Förderung der Cyber-Sicherheit von Kritischer Infrastruktur sowie der Resilienz von KMUs im Bergischen Städtedreieck gehen.

Estland verfügt über eine enorme Kompetenz in Sachen Cyber-Sicherheit, es gilt Studien zufolge als das drittbeste Land der Welt im Bereich Cybersecurity. Teil daran haben auch die „CR 14, die Cyber Rangers“. Die staatliche Stiftung organisiert den Know-How-Transfer zwischen öffentlichen und privaten Akteuren im Rahmen von gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Sie helfen insbesondere dabei, Systeme auf Sicherheit zu überprüfen. Modelle von Rechnersystemen und Datenfunknetzen werden mittels Penetration-Testing auf ihre Cyber-Resistenz simulativ überprüft. Von diesen Aktivitäten wird auch das Bergische Land profitieren: Solche Angriffssimulationen können für Unternehmen und kritische Infrastruktur auch in der Region simuliert werden, zudem ist im Rahmen der Kooperation der Austausch estnischer und bergischer Unternehmen geplant, ebenso Informationsbesuch der bergischen Unternehmen in Estland.

„Der Besuch von Außenminister Tsahkna anläßlich der Unterzeichnung unserer Kooperationsvereinbarung mit dem NATO CyberRange CR14 spiegelt die Bedeutung des Themas Cyber-Security auch aus Sicht der estnischen Regierung.“ so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Gesellschaft und Initiator der Modellregion Cyber-Sicherheit. „Wir freuen uns sehr, nun auf solchen einen Know-how-starken Partner über diese internationale Zusammenarbeit zurückgreifen zu können.“

Die Digitalisierung wird seit über 25 Jahren in Estland mit hohem Tempo vorangebracht. Mittlerweile seien 99,6 Prozent aller Behördengänge digital abzuwickeln – von der elektronischen Stimmabgabe bei Wahlen bis hin zu Steuerdienstleistungen, so der Außenminister Margus Tsahkna. Ein langer Weg, auf den die Bevölkerung mitgenommen werden musste. Von höchster Priorität ist dabei auch die Absicherung der staatlichen IT Infrastruktur in Verwaltung und Militär – spätestens seit den massiven Cyberangriffen der Vergangenheit auf estnische Systeme.

Estland ist auch das Zuhause des “NATO Cooperative Cyber Defense Centre of Excellence (CCDCOE)”, einer multinationalen, interdisziplinären, von der NATO anerkannten Einrichtung, die angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich Cyberabwehr betreibt. Es ist darauf spezialisiert, Cyberabwehr zu verbessern.

Unter dem Eindruck der Münchener Sicherheitskonferenz, auf der der Minister zu Gast war, wies er auf die enorme globale Bedrohungslage hin. Cybersicherheit zu organisieren, Forschung und Entwicklung in diesem Bereich voranzutreiben, ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, die bergischen Unternehmen können mit der heute getroffenen Vereinbarung von bisherigen Erkenntnissen profitieren.

Der Kontakt zu den estnischen Cybersecurity-Institutionen ist im Rahmen eines Austausches entstanden, den NRW.Global Business, die Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung des Landes Nordrhein-Westfalen, organisiert hatte. Im Sommer letzten Jahres fand die Informationsreise „Best Practice: Cybersecurity Lösungen in Estland“ statt. Daraus ergab sich nicht nur ein wertvoller Input für das Projekt „Modellregion Cybersicherheit Bergisches Land“, sondern auch der direkte Kontakt zu Silver Andre, CEO der CR14. Zusammen mit Stephan A. Vogelskamp wurde schließlich das Kooperationsvorhaben ausgearbeitet.

Für den Aufbau dieses Projekts hat die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft von der NRW-Landesregierung den Zuschlag bekommen. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Umsetzung des Projektes.

Vor welchen aktuellen Leitfragen und Problemstellungen steht die Automotive-Industrie in Nordrhein-Westfalen? Welche Rahmenbedingungen braucht sie, welche Rolle spielen Netzwerke? Welche möglichen Transformationspfade gibt es? Diesen Fragen widmete sich heute eine Zukunftskonferenz mit rund 150 Vertreter*innen aus Landesregierung, Unternehmen und Wissenschaft. Der Blick aus unterschiedlichen Perspektiven auf die aktuelle Krisensituation zeigte: Gerade jetzt ist gemeinsames Agieren für eine zügige Transformation erforderlich.

 

Ein stark gekürzter Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung infolge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vor über einem Jahr, weniger Mittel zur Unterstützung von Zukunftsprogrammen, hohe Energiekosten, wachsende Konkurrenz aus dem Ausland – all diese Problemstellungen erreichen auch die Automotive-Industrie in Nordrhein-Westfalen. Die Zukunftskonferenz widmete sich in einem offenen Austausch den Erfordernissen für eine durch die Unternehmen zu leistende Transformation. Schwerpunkt der Konferenz waren jedoch insbesondere Perspektiven und Möglichkeiten, die es aktuell gibt, um der Transformation zu begegnen: die Arbeit in Netzwerken, den Wissenstransfer in unterschiedlichen Projekten und nicht zuletzt das gemeinsame Agieren der Branche in Netzwerken und Bündnissen, um sichtbarer und in den Bedarfen deutlicher zu werden.

Dazu die Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur: „Nordrhein-Westfalen ist ein zentraler Standort für die Automobilindustrie, die tarifgebundene, gut bezahlte Arbeits- und Ausbildungsplätze bietet. Unsere Zulieferer produzieren hochwertige Produkte, die weltweit gefragt sind und hier wesentlich zur Wertschöpfung beitragen. Wir sind fest entschlossen, dass das trotz der aktuellen Herausforderungen auch so bleibt. Deshalb setzen wir auf klare Perspektiven, gezielte Förderprogramme und eine entschlossene Unterstützung der klimaneutralen Transformation. Wir treiben die Elektromobilität voran, beschleunigen den Ausbau der  Erneuerbaren Energien und setzen uns für dringend benötigte wettbewerbsfähige Energiepreise ein. Ich freue mich, dass von der Zukunftskonferenz Automotive unseres Clusters automotiveland.nrw viele wichtige Impulse für eine zukunftsfähige und innovative Branche ausgehen.“

Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer automotiveland.nrw und Initiator der Konferenz: „Mit unserem Netzwerk werden wir alles dafür tun, die Transformation zu begleiten und voranzubringen. Denn bei den derzeit multiplen Krisen müssen wir das Tempo der Transformation deutlich erhöhen. Der Zusammenschluss vieler Akteure, wie er in der Konferenz sichtbar wurde, hat gezeigt, dass gemeinsames Agieren wichtig ist. Wir müssen jetzt das Richtige tun und vor allem schnell.“

Dass viele Unternehmen die Transformation tragen wollen, wurde gleichermaßen deutlich. Monika Kocks, Vorstandsvorsitzende von automotiveland.nrw: „Wir Zulieferer können und müssen die Transformation der Automobilindustrie aktiv gestalten, zumal unser Anteil der Bauteile an den Fahrzeugen bei 80% liegt. Mit Wehmut auf die Vergangenheit und mit Verzagtheit in die Zukunft zu blicken, das gehört nicht zur DNA des Mittelstands.

„Kohlenstoffneutralität und Mobilität der Zukunft“ – das war das Motto des Kongresses am 15. Oktober 2024, der in diesem Jahr in München stattfand. Das Automobilcluster automotiveland.nrw ist seit 2017 Partner des jährlichen Austauschformates.

Zu den prominenten Speakern des Kongresses gehörten neben Qian ZHAI, Gesandter der Wirtschafts- und Handelsabteilung der Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland auch Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR). Vertreten waren zudem zahlreiche Unternehmer und Technologie-Entwickler aus dem Automobilbereich.

„Wir sind froh über den offenen, jährlichen Austausch“, so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer automotiveland.nrw. „Gerade in Zeiten, in denen es für unsere Zulieferer schwierig ist, sich zu orientieren, helfen diese Begegnungen mit einem Land, das mit der Entwicklung vieler neuer Technologien sehr weit vorne ist. China fährt eine deutliche Strategie im Bereich der Elektromobilität. Wichtig für uns ist, Kontakt auf Augenhöhe zu pflegen und belastbaren Austausch auf die Beine zu stellen, um Trends aus Fernost aufzuspüren.“

Prof. Ferdinand Dudenhöfer verwies in seinem Vortrag auf die Schwächen Deutschlands im Bereich der Elektromobilität. Die Gefahr einer Insellage drohe, zumal die Länder um uns herum eine deutlich ausgeprägtere Programmatik zu dem Thema verfolgen. Dass insbesondere der Ausbau der Infrastruktur wichtig sei, betonte Dudenhöfer – eine Forderung, die auch automotiveland.nrw immer wieder gestellt hat.

Auf dem Kongress sprachen sich deutsche und chinesische Vertreter gleichermaßen gegen Strafzölle auf chinesische Automobile aus. Ein Strafzollkrieg müsse in jedem Fall vermieden werden.

Zusätzlich fand am Folgetag der 10. Bayerische Chinatag im Generalkonsulat der V.R. China in München statt. Seit 2015 wird er für einen aktiven Wirtschaftsaustausch organisiert und um den Aufbau von Kooperationen zwischen beiden Ländern zu fördern. Zu den Teilnehmern gehörten u.a. Teile- und Komponentenzulieferer und Original Equipment Manufacturer (OEMs). Für das nächste Jahr werden – neben dem offiziellen Kongress in Changchun, VR China – auch noch eine große Veranstaltung mit VW in Wolfsburg und ein „Bergischer China-Tag“ projektiert, um den Austausch zwischen unseren Zuliefer-Betrieben und den chinesischen OEMs zu intensivieren.

Bei den jährlich stattfindenden Automobilkongressen geht es um den Austausch zu aktuellen technologischen Trends. Sowohl staatliche als auch Vertreter aus Unternehmen, Forschungsinstituten, der Wirtschaftspolitik sowie Entwickler beider Länder sind seit 2017 dabei vertreten. Der erste Kongress fand zur Gründung der Kooperation damals in Wuppertal statt. Durch das Format ist es möglich, die aktuellen Entwicklungen in China frühzeitig zu erkennen – insbesondere das hohe Entwicklungstempo innovativer, preisaggressiver Produkte im Bereich der Elektromobilität in China wird durch automotiveland.nrw laufend beobachtet. Denn neben dem Kongress finden zahlreiche Unternehmensbesuche statt. Rund 500 Teilnehmer waren in diesem Jahr dabei. Chinesische Partnerin des Kongressformats ist die China International Investment Promotion Agency (CIIPA), ein Ableger des Handelsministeriums der Volksrepublik China in Deutschland.

Ansprechpartner: Stephan A. Vogelskamp, 0172 8723384

Die Organisation, die für die Umsetzung der arbeitsmarktpolitischen Ziele des Landes Nordrhein-Westfalen sorgt, feiert in diesem September ihr zwanzigjähriges Bestehen: Seit zwanzig Jahren arbeitet die Regionalagentur Bergisches Städtedreieck dafür, dass Fördermittel in das Bergische Städtedreieck kommen, dass Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Region umgesetzt werden.

Und damit geht es um mehr: Es geht um den Wirtschaftsstandort Bergisches Städtedreieck. Die Regionalagentur hilft, die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu stärken, sie unterstützt dabei, jungen oder benachteiligten Menschen Wege in Ausbildung oder Arbeit zu bahnen, sie hilft, Weiterbildung und Qualifizierung anzubieten. Auf ganz unterschiedlichen Wegen, mit einer Vielzahl von Maßnahmen und einem großen, effektiven, regionalen Netzwerk. Die Regionalagentur Bergisches Städtedreieck arbeitet im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, sie koordiniert die passgenaue Umsetzung der Landesprogramme des Europäischen Sozialfonds für die Region. In ganz NRW sind insgesamt 16 Regionalagenturen aktiv.

So begann es
Am 1. September 2004 nahm die Regionalagentur Bergisches Städtedreieck die Arbeit auf – angegliedert an das damalige Regionalbüro, das sich bereits um regionale Kooperationen zu unterschiedlichen Themen kümmerte. „Die Agentur ist dezentral aufgestellt. Neben der Agenturzentrale im Regionalbüro ist in den Wirtschaftsförderungseinrichtungen der Städte jeweils ein Mitarbeiter in Teilzeit vor Ort tätig“, hieß es damals in den Kurznachrichten ‚REGIOnal 12.2004‘ des Regionalbüros.

Wechselvolle Geschichte
Nach dem Wechsel der Landesregierung 2005 fiel die Entscheidung zur Weiterförderung der Regionalagenturen, um die NRW Arbeitspolitik weiterhin regionalisiert umsetzen zu können. Es ging dabei auch um neue Aufgaben, zum Beispiel im Handlungsbereich Übergang Schule-Beruf. Die Schwerpunkte der Arbeit änderten sich im Laufe der Jahre, ebenso die Förderprogramme, die Besetzung und der Standort des Regionalbüros. 2015 wurde es der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft angegliedert, um Synergien bei Entwicklungsaufgaben und Fördermittelakquise zu erzeugen.

Schwerpunkte im Städtedreieck
Regionalisierte Umsetzung der Programmlinien des Landes Nordrhein-Westfalen – dieser Aufgabenstellung hat sich die Regionalagentur gewidmet und dabei einen für das Städtedreieck zugeschnittenen Maßnahmenkatalog entwickelt. Die Schwerpunkte befassen sich mit der Sicherung von Fachkräften allen Alters.

1. Fachkräfte sichern!

Der Fachkräftemangel trifft eine Region wie das Bergische Städtedreieck mit den vielen produzierenden Unternehmen besonders hart. Schon 2011 wurde daher das Bergische Fachkräftebündnis gegründet – als Initiative von arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Akteuren im Bergischen Städtedreieck, die sich zusammen zur Aufgabe gemacht haben, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Das Bergische Fachkräftebündnis (BFB) organisiert sich selbst, es ist eine Initiative verschiedener Kräfte des Bergischen Städtedreiecks, die Organisationsspitze stellt die Regionalagentur und damit unterstützt sie unterschiedlichste Maßnahmen und Aktionen im Rahmen der NRW-Fachkräfteoffensive. Beispiel: die Bergische Expo Fachkräfte 2023 in Wuppertal. Die Regionalagentur ist zudem beteiligt bei Runden Tischen, bei denen sich NRW Ministerien sich über Möglichkeiten, gute Beispiele aber auch Notwendigkeiten für gelungene und schnelle Integration insbesondere von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt zu verständigen. So erhält die Landesregierung wichtigen Input für ihre arbeitsmarktpolitische Strategie.

2. Mehr Weiterbildung!

Die Regionalagentur gehört zum Organisationsteam der jährlichen Bergischen Weiterbildungsmesse mit Fachforum (in diesem Jahr am 11. September in Wuppertal). Sich permanent ändernde Arbeitsprozesse erfordern lebenslange Weiterbildung. Die Regionalagentur organisiert daher auch Veranstaltungen zu „Vernetzten Bildungsräumen“ und folgt damit einem gleichnamigen Aufruf des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW. Vernetzung hilf, effektive Angebote zu schaffen.

3. Mehr Ausbildung!

Bei der Regionalagentur ist eine von fünf KAUSA-Landesstellen Nordrhein-Westfalen angesiedelt. KAUSA steht für „Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration“. Sie arbeitet daran, mehr Unternehmerinnen und Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte für die duale Ausbildung zu gewinnen. Sie werden unter anderem dabei unterstützt, Ausbildungsfähigkeit zu erwerben, Auszubildende zu gewinnen, die Ausbildung durchzuführen und schließlich kontinuierlich eigenständig auszubilden. Die Regionalagentur ist auch beim Programm „Ausbildungswege NRW“ aktiv: So hat sie Bildungsträger aus der Region identifiziert, die jetzt durch eine intensive Betreuung junge Menschen fit machen, sich zu bewerben und schließlich eine Ausbildung anzutreten. Schließlich koordiniert sie die Umsetzung des ESF Förderprogramms „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP), um zusammen mit Betreuungsträgern Menschen mit Familienverantwortung eine Ausbildung zu ermöglichen.

4. Mehr Inklusion!

Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, auch dafür setzt sich die Regionalagentur mit BFB und dem Netzwerk Anschub ein. Zu zeigen, welche guten Praxisbeispiele es gibt und wie Ausbildung mit Behinderung gelingen kann, die Vorstellung von Best Practice-Beispielen, der Austausch von Unternehmen und potenziellen Arbeitnehmern – das wird jährlich im Rahmen von für alle offene Diskussions- und Messeveranstaltungen angeboten.

Die Regionalagenturen werden gefördert aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Die KAUSA-Landesstelle wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative Bildungsketten in Kooperation mit der Landesregierung NRW.

Das sind die Köpfe der Regionalagentur Bergisches Städtedreieck

Oliver Francke, Leiter Regionalagentur Bergisches Städtedreieck.
„Arbeit ist weit mehr als nur Broterwerb. Arbeit kann Sinn stiften, Biografien gestalten und Gesellschaft formen. Arbeit als verbindendes Element und Basis einer multidiversen Gesellschaft ist für mich ein zentraler Schlüssel, um die Anforderungen der Gegenwart und Zukunft gemeinsam zu meistern. Dafür mache ich, was ich tue…“

Justus Schongen, Projektmanagement Regionalagentur Bergisches Städtedreieck
„Mit den Förderprogrammen, die wir in der Region mit unseren Partnern umsetzen, ermöglichen wir Teilhabe – an einem Arbeitsmarkt, der Menschen mit außergewöhnlichen Belastungen, mit schlechteren Startchancen oder Behinderungen viel zu oft ausschließt – ich bin froh, daran mitwirken zu können, Menschen den Weg in Arbeit ebenen zu können.“

Arzu Gül, KAUSA-Botschafterin
„Wir beraten und begleiten intensiv – das macht unsere Arbeit aus. So helfen wir, Vorbehalte abzubauen und migrantengeführte Unternehmen für die Ausbildung zu gewinnen. Das Besondere an unserer Zielgruppe ist die hohe Bereitschaft, auch benachteiligten jungen Menschen eine Chance zu geben und sie zu fördern.“

Andreas Dummer, KAUSA-Botschafter
„‘Lose Enden‘ zusammenführen, auf dass etwas Gutes entsteht. Durch unsere vielfältigen Kontakte auch zu diversen Sozial- und Weiterbildungsträgern wird es uns möglich, manchmal Suchende und Gesuchte zusammenzubringen: Unternehmen und potenzielle Auszubildende oder Unternehmen und IHK -je nachdem. Es ist ein gutes Gefühl, Menschen und Arbeitsmarkt vor Ort unterstützen zu können“.

Seit dieser Woche haben es alle Projektpartner schriftlich: Der Bewilligungsbescheid für das Projekt FAB Region Bergisches Städtedreieck liegt vor. Damit kann die Arbeit an Projekten, die beispielhaft, kreativ und gemeinschaftlich nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Region umsetzen wollen, Fahrt aufnehmen. Dabei soll der weltweit bereits angewandte Fab City-Ansatz umgesetzt werden.

Was ist geplant?

Es geht um die Entwicklung von Pilotprojekten, in denen Strategien und Praktiken für nachhaltiges und zirkuläres Wirtschaften umgesetzt und erprobt werden. Dazu sind bereits erste Ansätze und Projekte im Städtedreieck vorhanden. Sie werden durch den neuen Projektrahmen von FAB Region Bergisches Städtedreieck qualifiziert und arbeiten der Idee einer co-kreativen Kreislaufwirtschaftsregion zu.

Die Fab City Idee

Die globale Fab City Initiative steht für dezentrale und nachhaltige Produktion in der Nachbarschaft. Städte wie Barcelona, Paris, Boston und Mexico City gehören zu den über 50 Städten und Regionen weltweit, die sich dem Fab City-Ansatz verschrieben haben. In Deutschland sind es bisher Hamburg und Augsburg. Nun soll mit dem Bergischen Städtedreieck die erste deutsche Region hinzukommen.

Was heißt das für das Städtedreieck? Das Projekt

Die Projektpartner

Eine Gruppe von Akteuren aus der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor arbeitet in diesem Projekt zusammen:

Gut Einern in Wuppertal ist ein Modellort für soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Auf einem alten Gutshof entstehen hier beispielsweise eine vertikale Farm, eine Permakultur-Farm und innovativ durchdachte Energie- und Ressourcenkreislaufsysteme. Auch Bildungsformate und Quartiersentwicklung werden hier gestaltet.

In Remscheid geht die Gründerschmiede voran. Mit ihrer Vielfalt an innovativen Start-up[1]Ideen und Kompetenzen in der Beratung von Gründer:innen steht sie für Innovationskraft. Der Verein hat maßgeblich zur Gründerkultur in der Stadt beigetragen und setzt sich schon lange für regionale Entwicklung ein.

In der Gläsernen Werkstatt, der innovativen Neunutzung eines alten Kaufhauses im Herzen von Solingen, werden regionale Produkte gehandelt, produziert und präsentiert. Hier kann man in offenen Werkstätten ausprobieren und experimentieren. Die Gläserne Werkstatt ist Zukunftswerkstatt und Treffpunkt für Menschen, die sich für ein gutes und nachhaltiges Leben stark machen. Beide letzteren Projekte wurden im Rahmen von „Urbane Produktion“ entwickelt und können so weiterqualifiziert werden.

Gemeinsam mit diesen Innovationsorten wird das Projekt von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), dem Institut Arbeit und Technik, dem Start-up Center der Bergischen Universität Wuppertal sowie dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie getragen.

Die Förderung

Das Projekt „FAB.Region Bergisches Städtedreieck – Transformation hin zu einer co[1]kreativen Kreislaufwirtschaftsregion“ wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Nordrhein-Westfalen drei Jahre lang gefördert.

Kontakt

Nils Kreft, Communication Coordinator, nils.kreft@cscp.org

Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production gGmbH (CSCP)

Hagenauer Str. 30, 42107 Wuppertal

Oder

Anette Kolkau, Kommunikation, kolkau@bergische-gesellschaft.de, 0212 88 16 06 67

Bergische Struktur und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

Stöcken 19, 42651 Solingen

Weiterführende Informationen

 

Bei einem Treffen der NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft in Düsseldorf wurde jetzt das Projekt „Modellregion Cybersicherheit Bergisches Land“ vorgestellt. Es geht aus der Initiative „Wirtschaft.Digital.Sicher NRW“ hervor.

Bereits 2023 startete seitens der NRW-Landesregierung die Initiative zur Cybersicherheit der NRW-Wirtschaft. Unter anderem mit der Cyber Security Modellregion setzt die Landesregierung die Unterstützung der Unternehmen fort, die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe zu stärken.

Das Projekt im Bergischen Land, für das die Bergische Gesellschaft den Zuschlag bekommen hat, konzentriert sich angesichts der vermehrten Cyberangriffe in der Umgebung darauf, effektive Schutzstrategien zu entwickeln. Es zielt darauf ab, die Cybersicherheitskompetenzen zu stärken. Die entwickelten Strategien können als Modell für andere Regionen dienen.

Stephan A. Vogelskamp: „Die jüngsten Cyberangriffe im Bergischen Land haben uns vor Augen geführt, wie verletzlich unsere digitalen Infrastrukturen noch sind. Mit dem Projekt ‚Modellregion Cybersicherheit Bergisches Land‘ setzen wir gezielte Maßnahmen ein, um die Cybersicherheitskompetenzen insbesondere bei KMUs zu stärken. So soll ein nachhaltiges Sicherheitsbewusstsein geschaffen und effektive Schutzstrategien in der Region etablieren werden, die als Vorbild für ganz NRW dienen können.“

Durch seine Gremientätigkeit im Bereich Cyber Security bei der Landesregierung im letzten Jahr konnte Stephan A. Vogelskamp die Bergische Region platzieren. Jetzt werden die Förderzugänge durch das NRW-Wirtschaftsministerium geklärt. Später kann dann ein Büro zur Modellregion aufgebaut werden.

Die Wirtschaftsministerin unterstrich die Bedeutung der digitalen Sicherheit für die wirtschaftliche Stabilität in Nordrhein-Westfalen. Sie betonte die Dringlichkeit, die digitale Widerstandsfähigkeit von Unternehmen weiterhin zu erhöhen. Mit vereinten Kräften könne insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen geholfen werden, das Thema digitale Sicherheit im Betrieb anzugehen.

Nach einem Jahr intensiver Arbeit sind die Themenfelder einer Transformationsstrategie für Automobilzulieferer identifiziert. Das Strategiepapier der Projektgruppe von TRAIBER.NRW zeigt Handlungsfelder und Entwicklungsperspektiven für die Bergische Region als Automotive-Standort auf. Es geht um Unterstützung der Automobilzulieferer, die sich unter dem bestehenden Transformationsdruck behaupten müssen.

Das Projekt TRAIBER.NRW ist ein Kooperationsprojekt der Bergischen Universität Wuppertal, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Hochschule Bochum, der GLW Velbert und automotiveland.nrw. Zudem wird das Projekt maßgeblich von Sozialpartnern begleitet. TRAIBER steht für Transformation der Automotive Industrie in der Bergischen Region. Ziel ist der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Zulieferer und damit des Standorts sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen.

Die Eckpunkte der Transformationsstrategie wurden im Rahmen von zwei Strategieworkshops mit Vertreter*innen aus regionalen und kommunalen Wirtschaftsförderungen, Kommunen, Bildungsträgern, Agenturen für Arbeit, Industrie- und Handelskammern, weiteren Sozialpartnern sowie Unternehmen ermittelt. Damit war die Gruppe der Inputgeber*innen sehr breit aufgestellt.

Sechs Themen- und Handlungsfelder beschreibt die Version 1.0:

  1. Der Fachkräftemangel in der Bergischen Region stellt die Automobilzulieferbetriebe vor eine große Herausforderung. Nur gemeinsam kann diesem Fehlen von Arbeitskräften begegnet werden.
  2. Die Fachkräfte müssen zudem für aktuelle technologische Entwicklungen gerüstet sein. Den Mitarbeitenden der Automobilzulieferindustrie in der Bergischen Region müssen entsprechend passgenaue Qualifizierungsangebote zur Verfügung stehen.
  3. Ein attraktiver Standort trägt dazu bei, dass Fachkräfte der Region treu bleiben. Die erste Version des Strategiepapiers hält fest, wie wichtig die gemeinsame Arbeit an der Standortqualität der Bergischen Region ist.
  4. Zudem ist wichtig, dass Automobilzulieferer der Bergischen Region bei der Erschließung neuer Märkte und internationaler Partnerschaften unterstützt werden.
  5. Sichergestellt werden muss für die Automobilzulieferer der Zugang zu relevantem Wissen, damit sie ihre unternehmensspezifische Transformation aktiv gestalten und Innovationen hervorbringen können. Erste Idee: ein gezielter, branchenübergreifender Wissensaustausch.
  6. Die regionalen Akteure müssen ihre Kräfte und Kompetenzen bündeln. Sie sollen bei Vernetzung und Kooperation unterstützt werden.

„Es ist wichtig, die Impulse aus TRAIBER jetzt in die Umsetzung vor Ort zu bringen,“ so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer von automotiveland.nrw und der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Es sind bereits erste Maßnahmen festgelegt, die die Automobilzulieferer im Transformationsprozess unterstützen sollen, und die während der Projektlaufzeit in Gang gesetzt werden sollen. Ziel ist es, die Strategie bis Mitte 2025 mit zwei Reviews zu schärfen. Dabei werden die unternehmensspezifischen Bedarfe weiter konkretisiert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet und entwickelt. Dabei geht es insbesondere darum, Maßnahmen auf regionaler Ebene „anzupacken“, um umsetzbare „Vor-Ort-Ansätze“, die die Zukunft der Unternehmen sichern, anzustoßen.

„Nicht auf den großen Transformationsplan warten, sondern begeisterungsfähige Partner vor Ort suchen und mutig in kleinem Maßstab Dinge ausprobieren“, so die Empfehlung von Prof. Birgitta Wolff, Rektorin der Bergischen Universität Wuppertal anlässlich der Vorstellung des Papiers 1.0.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert TRAIBER.NRW im Rahmen der Förderbekanntmachung „Transformationsstrategien für Regionen der Fahrzeug- und Zulieferindustrie“ mit 4,1 Mio. EUR. Die Bergische Region umfasst die Städte Remscheid, Solingen, Wuppertal und Düsseldorf sowie den Kreis Mettmann, Rhein-Kreis-Neuss, Ennepe Ruhr-Kreis und den Oberbergischen Kreis.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Strategiedokument: www.traiber.nrw