Die Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung verständigten sich darauf, bei der Umsetzung des IRM Hand in Hand zu arbeiten.

Die Idee: gemeinsam die Alltagsmobilität besser und leichter machen. Nur gemeinsam lassen sich die aktuellen Mobilitätsprobleme lösen, nur mit regionaler Zusammenarbeit kann ein effektives Mobilitätsnetz aus klimafreundlicher öffentlicher und privater Mobilität aufgebaut werden.

Das Motto: Eine Stunde mehr Zeit – für Gesundheit, Familie, Erholung – durch ein überregional gut organisiertes Mobilitätssystem, das große Städte mit den umliegenden Kommunen bzw. Schulen, Arbeitsplätze und Wohnorte miteinander verbindet – durch eine effektive Kombination öffentlicher und privater Mobilität. Ziel aller Beteiligten ist, dass Pendler*innen zukünftig eine effektivere Alltagsmobilität zur Verfügung stehen wird. Das jetzt vorliegende IRM ist ein „Orientierungsrahmen“ für kommunale Projekte mit Mobilitätsbezug und deren sinnvoller Verknüpfung mit Nachbarprojekten, es ist „Argumentationsrahmen“ für Fördermöglichkeiten und bietet Ansätze für Folgeprojekte.

https://bergische-gesellschaft.de/wp-content/uploads/IRM_Kurzbericht_web.pdf

 

Am heutigen Nachmittag hat die Digitale Modellregion Bergisches Städtedreieck Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart die Ergebnisse des Projektes „bergisch.smart_mobility: Künstliche Intelligenz als Enabler der Mobilität von Morgen“ (www.bergischsmartmobility.de) vorgestellt. Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) hat dieses Projekt im Zeitraum 1. Juli 2019 bis 31. März 2022 mit insgesamt 13 Millionen Euro bei einem Gesamtprojektvolumen von rund 24 Millionen Euro gefördert.

Das Projekt ist bereits im letzten Jahr als KI-Leuchtturmprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen durch KI.NRW und MWIDE ausgezeichnet worden.

Wirtschafts- und Innovationsminister Pinkwart freute sich über den großen Erfolg des Projektes: „Das Bergische Städtedreieck ist ein führender Standort für die Automobilzuliefererindustrie. Digitalisierung und die Entwicklung hin zu E-Mobilität führen aktuell zu einem starken Veränderungsdruck. Mit Bergisch.Smart_Mobility macht die Region einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit: Sie baut mit Unterstützung der Landesregierung ihre Standortvorteile weiter aus und trägt damit zur Sicherung von mehr als 10.000 qualifizierten Arbeitsplätzen der gesamten Branche im Städtedreieck bei. Mich freut besonders, dass durch das Zusammenwirken von Industrie und Forschung Innovationen entstanden sind und rund 70 Patente angemeldet wurden. Gemeinsam mit den Projektpartnern ist die Region bestens aufgestellt für die Zukunft.“

Beteiligt am Vorhaben waren die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, das Tech-Unternehmen APTIV Services Deutschland GmbH, die Bergische Universität
Wuppertal, die WSW mobil GmbH, die Neue Effizienz GmbH sowie die drei Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Koordiniert wurde das Gesamtvorhaben durch die Geschäftsstelle des Projektes bei der Bergischen Gesellschaft.

„Das regionale Großprojekt“, so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Gesellschaft, „ist ein zentraler Baustein in der regionalen Entwicklungsstrategie des Bergischen Städtedreiecks, um die Gleichzeitigkeit der Herausforderung von Strukturwandel in der Automobilindustrie und zunehmender Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Smart City von Morgen als Chance für die Region wahrzunehmen.“

Neben der Entwicklung eines vollkommenen neuen Aufbaus der Bordelektronik und Bordelektrik in Fahrzeugen wurden mit Blick auf eine effiziente und umweltfreundlichere Verkehrssteuerung neue Sensortechnologien und neue Methoden der Datenauswertung durch Künstliche Intelligenz entwickelt. Dies geschah in einem engen Zusammenwirken von Automobilzulieferern, der Bergischen Universität Wuppertal und den für die Themen Verkehr und Geodaten zuständigen Fachabteilungen der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Auch wurde durch die Wuppertaler Stadtwerke mit dem KI-gesteuerten On-Demand-Service ein innovatives Angebot im ÖPNV etabliert. Mehr als 50.000 Nutzer/innen haben dieses Angebot seit seiner Einführung Ende 2020 bereits in Anspruch genommen.

Das Projekt hat einen wichtigen Effekt für den Aufbau von zukunftssicheren Arbeitsplätzen gehabt: So konnten 104 bestehende Arbeitsplätze gesichert und 62 neue geschaffen werden. Auch hat das Vorhaben die wissenschaftliche Exzellenz der Bergischen Universität Wuppertal unterstrichen: 27 Bachelor- und Masterarbeiten und mehr als zehn Promotionsvorhaben wurden im Projekt realisiert. Aus dem engen Zusammenwirken von Industrie und Forschung sind mehr als 70 Patente entstanden.

„Bergisch.Smart_Mobility hat eindrucksvoll gezeigt“, so Vogelskamp weiter, „welch bedeutende Beiträge aus dem Bergische Städtedreieck für die Innovationsfähigkeit des Landes NRW geleistet werden können.“

Das Projektvorhaben wurde in weiten Teilen von Mitgliedern von automotiveland.nrw e. V. inhaltlich getragen. In der Clusterinitiative haben sich führende Automobilzulieferer und Tech-Unternehmen sowie die Bergische Universität Wuppertal zusammengeschlossen, um vor dem Hintergrund des tiefgreifenden Wandels der Automotive- und Mobilitätswirtschaft durch Projekte und Initiativen wie Bergisch.Smart_Mobility neue Produkte und Dienstleistungen zu schaffen, die den Standort Nordrhein-Westfalen im globalen Wettbewerb nachhaltig sichern.

Beispielhaft für das gesamte Bergische Städtedreieck – gibt es zahlreiche Initiativen mit außergewöhnlichen Geschäftsideen. Sie können der Grundstock sein für ein zukünftiges, vitales Netz von urbanen Produktionen.

Seit rund zwei Jahren sitzt in der Remscheider Gründerschmiede eine Initiative, die die diese Initiativen unterstützt – die Schmiede für Urbane Manufakturen. Sie wurde ins Leben gerufen durch das mit EU-Mitteln (EFRE) geförderte Dachprojekt „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Quartiersentwicklung“.In Remscheid können sich Menschen mit Ideen für Manufakturen Austausch holen – in Gesprächen mit Menschen, die ihre Erfahrungen und Kenntnisse weitergeben und in einer Vielzahl von regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen, die die frisch gebrieften Betriebe immer wieder mit neuen Ideen beliefert oder zu erweitertem Austausch anregt. Das Netzwerk erweitert sich so sukzessive. 1x monatlich gibt es einen Netzwerkabend mit durchschnittlich 20-30 Teilnehmenden, an dem sich Manufakturen, Startups und etablierte Unternehmen austauschen können. Regelmäßig findet die „Schmiede-Schule“ statt – mit Workshops, um die Manufakturen zu professionalisieren und sie beim Wachstum zu unterstützen. So wird Inspiration lebendig gehalten. Die Initiatoren übernehmen dabei viel Moderationsarbeit.

Ladenlokale, die Ergebnis einer Geschäftsidee sind, beleben die Stadt, können ihr bestenfalls wieder ein individuelles Gesicht in der Monotonie der Ladenketten geben. Susanne Bollmann zum Beispiel arbeitet in ihrem Laden in Remscheid, einer Hutmanufaktur, lässt sich bei der Produktion über die Schulter schauen und hat sich ganz bewusst für einen Standort in der „zweiten Reihe“ der Remscheider Innenstadt entschieden, weil sie die Kleinteiligkeit schätzt, die um sie herum entsteht. „Im Fahrwasser von Urbaner Produktion kann sich eine Szene entwickeln. Das schafft lokale Identität, und ein neues Gefühl für die Stadt“, so Uta Schneider von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die das Projekt Urbane Produktion koordiniert. Mit der Unterstützung neuer ökonomischer Strukturen entwickelt sich eine neue „Stadtsoftware“, und damit entsteht nachhaltige Stadtentwicklung. Ein weiteres Best Practice-Beispiel ist die Bergische Gewürzmanufaktur – ein kleines Familienunternehmen, für das viele neue Pläne und ein Markenrelaunch erstellt wurden. Zusammen mit Gründerschmiede-Netzwerkpartnern wurden das Ganze umgesetzt. Hier werden unter anderem Spezialtees hergestellt – deren Zusammensetzung in Kooperation mit örtlichen Hebammennetzwerken oder mit Sportmedizinern erarbeitet wird.

Durch die Informationsveranstaltungen werden viele der jungen und angehenden Unternehmen zusammengeführt. Daraus sind schon viele Impulse für gemeinsame Projektideen entstanden.

.Die Effekte: Nutzungsmischung, vitale Quartiere, neue, ökologische Stoffkreisläufe, Städte der kurzen Wege, wiederentdeckte Wertschätzung für vor Ort hergestellte Produkte. Die Stadt kann so ökonomisch resilienter gegenüber den Unsicherheiten des Weltmarktes werden.

Bis zum 14. April 2022 ist im Gründerquartier Remscheid eine Ausstellung zu Urbaner Produktion zu sehen.

Eigentlich will er später mal Ingenieur werden, aber jetzt hat er sich fest vorgenommen, den zugewucherten Weg zum Gartenhaus freizulegen. Der Schüler arbeitet engagiert und will gar nicht mehr aufhören. Ein anderer hat sich ein besonderes Gartenprojekt ausgedacht: ein Igel-Hotel mit Eingangsschild, das er akribisch montiert. Ein weiter Schüler hat das Tischlern für sich entdeckt und arbeitet unter Anleitung an einem Regal. Einige Mitschüler*innen sind mit Streicharbeiten beschäftigt und merken, dass man Räume durch Farbe verwandeln kann.

Die Schüler*innen der Klassen 5 – 9 im Garten der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Remscheid probierten letzte Woche unter Anleitung von Fachkräften aus, ob ihnen handwerkliche Tätigkeiten liegen. Durch diese Aktion wollen wir lernen – für das ToolLab, das als außerschulischer Lernort in Remscheid entstehen soll. Das Bergische Städtedreieck bekommt damit einen Ort, an dem junge Menschen, Eltern, Lehrkräfte und Handwerker*innen einander auf Augenhöhe begegnen können. Kinder sollen an diesem Lernort kreativ arbeiten, handwerklich gestalten und eigene Ideen umsetzen können. Dabei lernen sie handwerkliche Fertigkeiten kennen und erleben das moderne Handwerk.

Um für ein erstes Konzept mit Angeboten für das ToolLab Erfahrungen zu sammeln und zu schauen, ob die Ideen auch in der Praxis ankommen, fand diese Aktion als „Testlabor“ statt. Weitere Testlabore helfen bei der Überprüfung von Formaten, von Zielgruppenansprache, von Themenfindung. Ausgerichtet am Zielbild werden so Ideen gesammelt, die das kreative, handwerkliche Gestalten und Umsetzen mit Werkzeugen fördern und möglichst die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Handwerk aufgreifen.

Urbane Produktion im Städtedreieck
Umgesetzt wird das ToolLab in Remscheid in dem geplanten Honswerk. Das Konzept wird im Rahmen des Projektes ‘Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck von der BSW erarbeitet. Die matrix GmbH & Co. KG koordiniert aktuell den Prozess und die Programm-Planung des Projektes.

„Urbane Produktion“ ist das Dach von sieben Einzelprojekten in Remscheid, Solingen und Wuppertal, die zusammen Pilotvorhaben mit Mehrwert in die Stadt bringen – für soziales, nachhaltiges, vernetztes, innovatives und wirtschaftliches Produzieren. Das Projekt, koordiniert von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, versteht sich mit sieben ersten Teilprojekten als Wegbereiter. ToolLab ist eins der sieben Teilprojekte.

Wie sieht die Gesetzeslage zum Autonomen Fahren aus? Welche Technologien werden aktuell entwickelt und erprobt, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz? Was muss man zu autonomen Shuttlebussen wissen? Oder: Wie beeinflussen Trends unsere Mobilität? Wie wirkt sich Automatisiertes Fahren auf Mensch und Gesellschaft aus?

Mit diesen und weiteren Fragestellungen befasst sich das camo.nrw. Auf der Plattform akademie.camo.nrw sind entsprechende Online-Fortbildungsangebote zu finden. Die Qualifizierungsangebote sind insbesondere auf kommunale Akteure zugeschnitten. Im Fokus stehen die Bereiche automatisiertes Fahren und vernetzte Mobilität sowie die damit verbundenen Auswirkungen und Potenziale für Kommunen und Verkehrsbetriebe. Denn die Mobilitätswende ist in vollem Gange, und hochautomatisiertes Fahren wird kommen, es ist nur eine Frage der Zeit. Die Grundlage dafür wurde bereits im vergangenen Jahr von Bundestag und Bundesrat mit dem Gesetz zum autonomen Fahren geschaffen.

Eine wichtige Rolle für die Mobilitätsgestaltung spielen Entscheider in Kommunen und Verkehrsbetrieben. Sie müssen sich vorbereiten, denn sie stehen vor der Herausforderung, allen Bürgerinnen und Bürgern ein bedarfsgerechtes Mobilitätsangebot bereitzustellen. Das automatisierte Fahren verspricht hier neue Lösungen. Doch teilweise mangelt es an dem notwendigen Fachwissen und Know-how über die neuen Technologien und die Anwendungsmöglichkeiten automatisierter Mobilität.

Die camo.akademie ist ein Online-Qualifizierungsangebot, das kommunale Akteure auf den Wandel in der Mobilitätswelt vorbereitet und ihnen neue Perspektiven und Optionen aufzeigt.

Das Centrum für automatisierte Mobilität (CAMO) unterstützt mit einem umfangreichen Dienstleistungsangebot Kommunen (Verwaltung und Politik), Mobilitätsdienstleister (z. B. Stadtwerke, Verkehrsunternehmen) sowie Bürger*innen auf dem Weg in den Verkehrsraum der Zukunft – mit einer Kombination aus Informations-, Beratungs- und Schulungsangeboten.

Die Projektpartner im CAMO sind die Bergische Universität Wuppertal, die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie die Hochschule Ruhr West.